Mailand: Meloni kündigt 500 zusätzliche Soldaten an

Mailand: Meloni kündigt 500 zusätzliche Soldaten an
Mailands Zentrum nach den Ausschreitungen vom Wochenende. Italiens Regierung hat 500 zusätzliche Soldaten zur Verstärkung der Sicherheitskräfte angekündigt © X

Nach Krawallen: Meloni schickt 500 Soldaten nach Mailand

Italiens Regierung will nach den schweren Ausschreitungen in Mailand 500 zusätzliche Soldaten in die Stadt schicken. Die Verstärkung soll im Rahmen der laufenden Operation „Strade Sicure“ erfolgen. Das teilte Verteidigungsstaatssekretärin Isabella Rauti nach dem Sicherheitsgipfel unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Montag mit, wie Sky TG24 berichtet.

Damit steht die personelle Verstärkung fest. Die geplante Erweiterung der Befugnisse ist dagegen noch Gegenstand der Regierungsberatungen. Verteidigungsminister Guido Crosetto fordert Regelungen, die den Soldaten für drei Monate ein Handeln wie Polizeikräften ermöglichen sollen. Ein entsprechendes Sicherheitsdekret soll am Dienstag im Ministerrat beraten werden. Ein verabschiedeter Gesetzestext lag den ausgewerteten Berichten noch nicht zugrunde.

271 Menschen zur Polizei gebracht, 32 festgenommen

Die Entscheidung folgt auf ein Wochenende mit Gewalt und Plünderungen. Für die Ausschreitungen vom Sonntag, dem 18. Oktober, meldete die Nachrichtenagentur ANSA unter Berufung auf Polizeiquellen 14 verletzte Angehörige der Sicherheitskräfte.

271 Menschen wurden zur Polizeidienststelle gebracht, darunter 220 Minderjährige. 32 Personen wurden festgenommen, gegen 28 weitere wurde Anzeige erstattet. Unter den Festgenommenen waren nach dieser Bilanz 23 Minderjährige. Die Zahlen beziehen sich auf den Sonntag und dürfen nicht mit einer Gesamtbilanz des Wochenendes gleichgesetzt werden.

Im Zentrum Mailands wurden Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben von Rai News warfen Gruppen vermummter Jugendlicher Gegenstände; die Polizei setzte Wasserwerfer und Einheiten zur Aufstandsbekämpfung ein. Aus Sorge vor erneuten Angriffen blieben am Montag mehrere Geschäfte geschlossen, berichtete Sky TG24. rainews.it

Protest gegen das teure Leben, offene Fragen zu den Tätern

Die Ausschreitungen ereigneten sich im Umfeld von Protesten gegen steigende Lebenshaltungskosten und schlechtere öffentliche Dienstleistungen. Reuters berichtete über diese Anliegen der Demonstrierenden und über erneute Zusammenstöße am Sonntag. Daraus lässt sich jedoch kein einheitliches Motiv aller an den Gewalttaten Beteiligten ableiten. reuters.com

Auch die italienische Regierung beschäftigt sich nach dem Sicherheitsgipfel mit unterschiedlichen Ursachen der Unruhen. Staatspräsident Sergio Mattarella verurteilte die Gewalt und verlangte zugleich eine vertiefte Analyse der Vorgänge, wie ANSA berichtet.

Welche Aufgabe die zusätzlichen Soldaten bekommen

„Strade Sicure“ ist ein bestehender Inlandseinsatz der italienischen Streitkräfte zur Unterstützung der öffentlichen Sicherheit. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums begann die Operation am 4. August 2008. Die angekündigte Entsendung nach Mailand verstärkt somit einen bereits laufenden Einsatz. difesa.it

Offen bleibt, wie die zusätzlichen Soldaten konkret eingesetzt werden und welche erweiterten Befugnisse das Kabinett tatsächlich beschließt. Für Dienstag, den 20. Oktober, ist eine Sitzung des Ministerrats angekündigt. Erst anhand des beschlossenen Textes lässt sich beurteilen, welche Maßnahmen gelten und wie lange sie vorgesehen sind.

Quellen und Transparenz

  • Amtliche Hintergrundquelle: Italienisches Verteidigungsministerium, „Operazione Strade Sicure“.
  • Stellungnahmen: Ankündigungen von Isabella Rauti und Guido Crosetto, wiedergegeben bei Sky TG24, Rai News und ANSA am 19./20. Oktober 2026.
  • Ergänzende Berichterstattung: ANSA zur Polizeibilanz vom Sonntag; Reuters zum Protestanlass; Rai News und Sky TG24 zu Ausschreitungen und Regierungsplänen.
  • Der bereitgestellte BILD-Link ließ sich nicht vollständig abrufen. Die Kernaussagen wurden anhand weiterer Berichte geprüft. Die Polizeizahlen stammen aus Behördenangaben, die ANSA wiedergibt; ein unmittelbar abrufbarer amtlicher Gesamtbericht lag nicht vor.

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