Was ist Pasta Sassella?

Was ist Pasta Sassella?
Systembild: Frische Pasta in einer gewerblichen Küche: Über die Pasta Sassella Tartero GmbH aus Rheinbach wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. © Presse.Online

Pasta Sassella insolvent: Nudelhersteller aus Rheinbach sucht neue Perspektive

Die Pasta Sassella Tartero GmbH beliefert Gastronomie und ausgewählte Supermärkte. Nun ist das Insolvenzverfahren eröffnet. Eine frühere Mitteilung der Insolvenzverwalterin nennt hohe Finanzierungskosten und einen Wasserschaden als Belastungen.

Stand: 23. Oktober 2026

Rheinbach. Über das Vermögen der Pasta Sassella Tartero GmbH ist am 1. Oktober 2026 das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das Amtsgericht Bonn nennt Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Gründe. Zur Insolvenzverwalterin wurde Caroline Stevens bestellt. Das geht aus dem bei Insolvenzmonitor wiedergegebenen gerichtlichen Beschluss hervor. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 99 IN 175/26.

Der Hersteller aus Rheinbach ist auch außerhalb der Region vertreten. Nach eigenen Angaben liefert Pasta Sassella über den Großhandel an Restaurants, Hotels, Feinkostgeschäfte und ausgewählte Supermärkte. Zum Sortiment gehören mehr als 50 Pasta-Varianten, darunter Bandnudeln und gefüllte Teigwaren. Welche Abnehmer derzeit beliefert werden, benennt die Unternehmenswebsite nicht. sempre fresca. Unverwechselbar italienisch!

Neubau und Wasserschaden belasteten die Finanzierung

Hinweise auf die wirtschaftlichen Hintergründe gab Stevens bereits während des vorläufigen Insolvenzverfahrens. In einem auf LinkedIn weiterverbreiteten Beitrag erklärte sie, die Gesellschaft habe hohe Finanzierungskosten für ein Neubauprojekt getragen. Ein Wasserschaden habe diese Kosten deutlich über die ursprüngliche Planung hinaus steigen lassen.

Zugleich berichtete Stevens von einer positiven Umsatzentwicklung in den vorangegangenen Jahren. Der operative Geschäftsbetrieb sei in Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Frank Leswal stabilisiert worden. Gesucht werde ein Interessent für die Übernahme des Betriebs, insbesondere der Produktion in Rheinbach. Diese Angaben stammen aus der Zeit vor der Verfahrenseröffnung; einen inzwischen abgeschlossenen Verkauf belegen sie nicht.

Damals nannte die Insolvenzverwalterin 31 Beschäftigte. Für sie sei eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes organisiert worden. Wie viele Menschen aktuell im Unternehmen arbeiten und welchen Stand die Investorensuche erreicht hat, lässt sich aus den ausgewerteten Quellen nicht feststellen. Elena Springub

Die Anfänge liegen in einem Bonner Restaurant

Hinter der Marke stehen die Brüder Giorgio und Francesco Tartero. Ihre Unternehmensgeschichte beginnt nach eigener Darstellung am 1. Juli 1983: Damals übernahmen sie in Bonn-Kessenich das Restaurant „Amigo“, aus dem das „Sassella“ wurde.

Francesco kümmerte sich um die Küche und die Pastaherstellung, Giorgio um die Gäste und den Verkauf. Weil auch andere Gastronomen und Kunden die frischen Nudeln kaufen wollten, reichten die Restaurantküchen irgendwann nicht mehr aus. 1997 siedelten die Brüder ihre Nudelmanufaktur in Rheinbach an. Die Unternehmenschronik berichtet auch von Politikern und prominenten Gästen im Bonner Restaurant, nennt an dieser Stelle jedoch keine Namen. Giorgio und Francesco Tartero.

Das Restaurant und die insolvente Produktionsgesellschaft müssen dabei auseinandergehalten werden. Stevens erklärte ausdrücklich, dass das Bonner Restaurant von der Anordnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens nicht betroffen sei. Diese Aussage bezog sich auf den damaligen Verfahrensstand. Elena Springub

Wie es im Verfahren weitergeht

Laut dem wiedergegebenen Eröffnungsbeschluss ging der Insolvenzantrag des Unternehmens am 28. Juli 2026 beim Gericht ein. Für den 17. November 2026 ist eine Gläubigerversammlung angesetzt, bei der auf Grundlage des Berichts der Insolvenzverwalterin über den weiteren Fortgang beraten werden soll.

Eine bereits beschlossene Stilllegung geht aus den ausgewerteten Unterlagen ebenso wenig hervor wie eine gesicherte Übernahme. Offen ist damit vor allem, ob sich für die Produktion in Rheinbach eine dauerhafte Fortführungslösung finden lässt. insolvenzmonitor.de

Quellen und Transparenz:

Grundlage sind der bei Insolvenzmonitor wiedergegebene Eröffnungsbeschluss des Amtsgerichts Bonn, die Unternehmenswebsite und eine öffentlich weiterverbreitete Mitteilung von Caroline Stevens. Der gerichtliche Einzelbeschluss konnte im amtlichen Portal nicht unmittelbar abgerufen werden. Der bereitgestellte BILD-Link war technisch nicht zugänglich. Die dort genannte Restaurantgeschichte wurde anhand der Unternehmenschronik geprüft; diese nennt 1983 als Beginn.

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