Wie geht es weiter mit Autohaus König?
Autohaus König: Kunden warten auf bezahlte Autos und Käufer
Vereinbarungen mit Renault und Stellantis geben Kunden des insolventen Autohauses König neue Hoffnung. Ob bereits bezahlte Fahrzeuge ausgeliefert werden, wird einzeln geprüft. Eine Übernahme ist bislang nicht bestätigt.
Stand: 28. Oktober 2026
Berlin. Für Kunden der insolventen Autohaus-Gruppe König gibt es Fortschritte bei der Suche nach Lösungen für bereits bezahlte Fahrzeuge. Nach einem Bericht von BILD hat die vorläufige Insolvenzverwaltung Vereinbarungen mit Renault und Stellantis getroffen. Eine allgemeine Zusage zur Auslieferung ist damit allerdings nicht verbunden.
Welche Käufer ihr Fahrzeug erhalten und wie bereits geleistete Zahlungen berücksichtigt werden, hängt von der Prüfung der einzelnen Verträge ab. Zugleich laufen Gespräche über die Zukunft der Unternehmensgruppe. Eine abgeschlossene Übernahme ist durch die ausgewerteten Quellen bislang nicht belegt.
Tausende Kunden warten auf ihre Fahrzeuge
Zwischen 3000 und 4000 Kunden sollen Neu- oder Gebrauchtwagen ganz oder teilweise bezahlt haben. Diese Zahl nennt BILD unter Berufung auf die Automobilwoche. Darunter seien auch Käufer, die ihr bisheriges Auto bereits in Zahlung gegeben haben.
Für diese Kunden bleibt die entscheidende Frage offen: Wird der bestehende Kaufvertrag noch erfüllt? Aus der Vereinbarung mit den Herstellern lässt sich keine pauschale Antwort für sämtliche Bestellungen ableiten.
Die Insolvenzverwaltung erklärte gegenüber BILD, Kunden würden nach und nach verbindliche Informationen zu ihren Kaufverträgen erhalten. Auch mit den Banken, die Fahrzeugkäufe und Leasinggeschäfte finanzieren, werde gesprochen.
König hatte bereits Anfang Oktober Lösungen angekündigt
Auf seiner Internetseite beschreibt das Unternehmen die Bearbeitung bereits bezahlter Bestellungen weiterhin als Suche nach individuellen Lösungen mit den Herstellerpartnern.
In einem dort veröffentlichten Update vom 1. Oktober hatte König eine Einigung mit wesentlichen Herstellerpartnern noch für dieselbe Woche angestrebt. Konkrete Vorschläge für Kunden sollten nach damaliger Einschätzung in der folgenden Woche möglich sein. Die Ankündigung stand unter dem Vorbehalt entsprechender Bestätigungen.
Die nun berichteten Vereinbarungen gehen über diesen damaligen Gesprächsstand hinaus. Öffentlich zugängliche Einzelheiten dazu, welche Bestellungen erfasst sind und wann die jeweiligen Fahrzeuge übergeben werden können, enthalten die ausgewerteten Quellen jedoch nicht.
Fortführung gesucht, Übernahme noch offen
Nach einer Unternehmensmitteilung vom 2. September hat das Amtsgericht Charlottenburg für die Autohaus Gotthard König GmbH in Berlin und deren Tochtergesellschaft Autohaus König GmbH in Teltow jeweils ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert bestellt.
Die Gruppe beschäftigt nach eigenen Angaben rund 1200 Menschen und betreibt etwa 80 Standorte, vor allem in Ostdeutschland. Ziel der Sanierung ist es, möglichst viele Arbeitsplätze und Niederlassungen zu erhalten.
König erklärt auf seiner Informationsseite, dass Verkauf, Werkstätten und Ersatzteilversorgung weiterlaufen. Für Käufer mit offenen Fahrzeugbestellungen bleibt vorerst die individuelle Mitteilung zu ihrem Vertrag maßgeblich. Wann sämtliche betroffenen Kunden Klarheit erhalten, ist bislang nicht veröffentlicht.
Quellen und Transparenz
- Autohaus König: „Autohaus König Gruppe saniert sich im laufenden Geschäftsbetrieb“, 2. September 2026. Pressemitteilung, Primärquelle zu Gesellschaften, Verfahren, Beschäftigten und Sanierungsziel. Originalmitteilung.
- Autohaus König: „FAQ zum Restrukturierungsverfahren“, mit Update vom 1. Oktober; abgerufen am 28. Oktober 2026. Unternehmensangaben, Primärquelle zu Kundeninformationen und fortgeführtem Geschäft. Kundeninformationen.
- BILD: „Sorge um schon bezahlte Autos: Insolventer Autohaus-Riese steht vor Übernahme“, 27. Oktober 2026, 22:35 Uhr. Ergänzender Medienbericht mit Aussagen einer Sprecherin der Insolvenzverwaltung. Originalbericht.
Die Zahl von 3000 bis 4000 betroffenen Kunden wird mittelbar über BILD der Automobilwoche zugeordnet. Eine eigene Bestätigung der Insolvenzverwaltung liegt hierzu nicht vor. Die berichteten Herstellervereinbarungen sind nicht mit einer abgeschlossenen Unternehmensübernahme gleichzusetzen.
🔔 Unabhängiger Journalismus lebt von Reichweite. Folgen Sie auf X, Linkedin oder Instagram und bleiben Sie informiert