Eralp: Bericht über Angst vor Hamas-Sympathisanten
Eralp fürchtet Hamas-Sympathisanten: Bericht wirft Fragen zur Abgrenzung der Linken auf
Interne Interviewanmerkungen sollen zeigen, dass Elif Eralp um ihre Familie fürchtet. Ihr Sprecher verweist auf Drohungen und Sicherheitshinweise. Politisch geht es um den Umgang der Berliner Linken mit einem umstrittenen Umfeld.
Stand: 29. Oktober 2026
Berlin. Die Linkenpolitikerin Elif Eralp will Regierende Bürgermeisterin werden. Nun berichtet n-tv unter Berufung auf den SPIEGEL über interne Anmerkungen, in denen sie Sorge um ihre Sicherheit äußert. Anlass war demnach eine Interviewfrage zu Ibrahim Ibrahim, den der Bericht als Hamas-Sympathisanten bezeichnet. Er soll im September eine Wahlparty der Linken in Neukölln besucht haben.
Die Kommentare seien versehentlich mit der autorisierten Interviewfassung an das Magazin zurückgeschickt worden. Eralp habe die betreffende Passage streichen lassen wollen und intern auf Gefahren für ihre Familie verwiesen.
Ihr Sprecher verweist auf Sicherheitsratschläge
Eralps Sprecher erklärte dem SPIEGEL laut n-tv, die Politikerin erhalte seit Monaten Drohungen und Beleidigungen. Sicherheitsbehörden rieten angesichts der Bedrohungslage davon ab, öffentlich einzelne Personen herauszugreifen, über deren mutmaßliche Verbindungen zu Terrororganisationen oder organisierter Kriminalität berichtet werde.
Eine eigene Bestätigung dieses konkreten Behördenrats liegt Presse.Online nicht vor. Ebenso liegt der Redaktion das vollständige Interviewdokument nicht vor.
Was der Verfassungsschutz über das Umfeld festhält
Der Berliner Verfassungsschutz beschreibt im Bericht für 2024, dass unter der Dachbezeichnung „Vereinigtes Palästinensisches Nationalkomitee“ Anhänger der Hamas und der PFLP gemeinsam Versammlungen organisierten. Beide Organisationen werden von der EU als terroristisch eingestuft. Im Bericht wird auch beschrieben, dass bei solchen Veranstaltungen Hamas-Anhänger als Redner auftraten.
Die Innenverwaltung zählt das Nationalkomitee in ihrer Mitteilung zum Verfassungsschutzbericht 2025 erneut zu den prägenden Akteuren einer israelfeindlichen und antisemitischen Szene.
Diese behördlichen Angaben betreffen das beschriebene Netzwerk. Sie belegen für sich genommen weder eine Mitgliedschaft einzelner Linkenpolitiker in einer Terrororganisation noch persönliche Hamas-Kontakte Eralps.
Welche politische Frage offenbleibt
Angst vor Bedrohungen ist kein Nachweis mangelnder Regierungsfähigkeit. Politisch zu klären ist jedoch, welche Konsequenzen die Berliner Linke aus Kontakten ihres Umfelds zu extremistischen Akteuren zieht und wie Eralp eine Abgrenzung durchsetzen will.
Offen bleibt anhand der zugänglichen Unterlagen auch, ob den berichteten Sicherheitsbedenken konkrete Drohungen der im Interview angesprochenen Person zugrunde liegen. Eine solche Drohung lässt sich aus den hier ausgewerteten Quellen nicht belegen.
Quellen und Transparenz
- n-tv, 29.10.2026: „Elif Eralp hat offenbar Angst vor Hamas-Sympathisanten“. Sekundärbericht zur SPIEGEL-Recherche einschließlich Sprecherstellungnahme; über den Suchindex ausgewertet. n-tv.de
- Berliner Verfassungsschutz, Bericht 2024: Pressefassung. Behördliche Primärquelle zum Nationalkomitee und zu Hamas-/PFLP-Anhängern. berlin.de
- Senatsverwaltung für Inneres und Sport, 02.06.2026: „Berliner Verfassungsschutzbericht 2025 veröffentlicht“. Behördliche Primärquelle zur Einordnung der Szene. Berlin.de
Der SPIEGEL-Originalbeitrag und die internen Anmerkungen konnten nicht vollständig eingesehen werden. Die Aussagen zum Interviewvorgang werden deshalb ausdrücklich dem zugänglichen Sekundärbericht zugeordnet. Eine eigene Anfrage an Eralp oder das Landeskriminalamt wurde nicht gestellt.
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