Bombendrohungen gegen Flüge in Europa: Jets umgeleitet

Bombendrohungen gegen Flüge in Europa: Jets umgeleitet
Ein lizenziertes Originalfoto der Aer-Lingus-Maschine in Évreux. Falls keines verfügbar ist, ein eindeutig als Symbolbild bezeichnetes Archivfoto eines Aer-Lingus-Airbus A320 verwenden., Symbolbild: KI-generierte Illustration.

Bombendrohungen gegen Flüge in Europa: Maschinen umgeleitet und von Kampfjets begleitet

Erneut haben Bombendrohungen den europäischen Flugverkehr gestört. Ein Aer-Lingus-Flug nach Rom landete auf einem französischen Militärstützpunkt. Auch Verbindungen nach Wien und Prag waren betroffen. Bei den bislang gemeldeten Kontrollen wurde nichts Verdächtiges gefunden.

Stand: 5. November 2026

Évreux/Rom. Mehr als ein Dutzend Passagierflüge in Europa sind am Donnerstag von Bombendrohungen betroffen gewesen. Das berichtete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Behörden und Fluggesellschaften. Mehrere Maschinen mussten ihre Route ändern, andere wurden nach der Ankunft an ihrem vorgesehenen Ziel untersucht. Teilweise begleiteten Kampfjets die Flugzeuge.

Die bisher gemeldeten Durchsuchungen ergaben laut AP keine Hinweise auf Sprengstoff oder verdächtige Gegenstände. Verletzte wurden nicht gemeldet. Wer hinter den Drohungen steckt und ob die einzelnen Fälle zusammenhängen, war zunächst unbekannt.

Aer Lingus landet auf Militärstützpunkt in Frankreich

Der Aer-Lingus-Flug EI402 war am Morgen von Dublin nach Rom unterwegs, als die Maschine nach einer Bombendrohung nach Frankreich umgeleitet wurde. Der Airbus A320 landete auf dem Militärflugplatz Évreux-Fauville in der Normandie.

Nach Angaben des Büros von Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu befanden sich 151 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord. Alle konnten das Flugzeug unversehrt verlassen. Sprengstoffexperten übernahmen die Untersuchung.

Aer Lingus bestätigte die sichere Landung und bezeichnete die Umleitung als Sicherheitsmaßnahme. Die Fluggesellschaft kündigte an, die Reisenden möglichst schnell an ihr ursprüngliches Ziel zu bringen. Frankreichs Luftwaffe erklärte, nach Bekanntwerden der Drohung Flugzeuge eingesetzt zu haben.

Finnair bestätigt falsche Bombendrohungen

Auch zwei Finnair-Verbindungen aus Helsinki waren betroffen: Flug AY1761 nach Rom und ein weiterer Flug nach Wien, der von Jettime durchgeführt wurde.

Finnair-Kommunikationsmanagerin Stiina Tuunanen bestätigte dem finnischen öffentlich-rechtlichen Sender Yle, dass sich die Drohungen als falsch erwiesen hätten. Bei den Untersuchungen sei nichts Auffälliges gefunden worden. Beide Maschinen erreichten ihre vorgesehenen Zielflughäfen.

Der Flug nach Rom wurde nach Angaben des italienischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks Rai beim Anflug von italienischen Kampfjets begleitet. Yle berichtete darüber unter Berufung auf Rai.

Weitere Vorfälle wurden aus Bulgarien und Österreich gemeldet. Nach Angaben bulgarischer Stellen landeten drei betroffene Flugzeuge sicher im Land. Eine Wizz-Air-Maschine auf der Strecke Mailand–Warschau wich nach Wien aus, wie Reuters und SRF berichteten.

Vier betroffene Flugzeuge in Prag

Die tschechische Polizei meldete Bombendrohungen gegen vier Flugzeuge mit Ziel Prag. Gemeinsam mit dem Flughafen bereitete sie Sicherheitskontrollen nach den Landungen vor. Die Glaubwürdigkeit der Drohungen bewertete sie als gering, aktivierte aber die vorgesehenen Schutzmaßnahmen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers gegenüber der tschechischen Zeitung Deník N blieben die Durchsuchungen ohne Befund. Der Flughafenbetrieb sei nur geringfügig beeinträchtigt worden.

Bereits Anfang der Woche hatten ähnliche Drohungen zu Umleitungen und Durchsuchungen in Europa geführt. Auch bei diesen Vorfällen waren nach den vorliegenden Berichten keine Sprengsätze gefunden worden. Ein gemeinsamer Urheber ist bislang nicht nachgewiesen.

Quellen und Transparenz

  • AP, 5. November 2026: Nachrichtenagenturbericht „Multiple flights in Europe diverted because of bomb threats after earlier hoaxes“, Übersicht zu betroffenen Flügen und Untersuchungsergebnissen. Originalbericht.
  • ABC News, 5. November 2026: Bericht mit Stellungnahmen des französischen Premierministerbüros und von Aer Lingus zur Umleitung des Fluges EI402. Originalbericht.
  • ABC Australia, 5. November 2026: Agenturbericht zu den Insassen, der sicheren Landung und dem Einsatz französischer Luftstreitkräfte. Originalbericht.
  • Yle, 5. November 2026: Bericht mit direkter Auskunft der Finnair-Kommunikationsmanagerin Stiina Tuunanen. Originalbericht.
  • SRF, 5. November 2026: Agenturübersicht zu Frankreich, Bulgarien, Österreich und Italien. Originalbericht.
  • Deník N, 5. November 2026: Bericht mit Auskunft des Polizeisprechers Josef Urban zu den Kontrollen in Prag. Originalbericht.

Transparenz: Die Angaben beruhen auf Agentur- und Medienberichten, teilweise mit direkten Stellungnahmen beteiligter Stellen. Eine abschließende behördliche Gesamtzahl liegt dieser Fassung nicht zugrunde. Die im Ausgangsmaterial genannte Zahl von mindestens 14 Flügen wird deshalb nicht als gesicherte Gesamtzahl übernommen.

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