Spinnen-Alarm in Reinbek: Aldi ruft Feuerwehr

Spinnen-Alarm in Reinbek: Aldi ruft Feuerwehr
Systembild: Eine große Spinne auf einem Bananenkarton sorgte im Aldi für einen Feuerwehreinsatz © Presse.Online

Spinnenfund in Aldi-Markt sorgt für Feuerwehreinsatz

Am Mittwochabend kam es in Reinbek (Schleswig-Holstein) zu einem ungewöhnlichen Notruf: Mitarbeiter eines Aldi-Marktes entdeckten auf einem Bananenkarton eine auffällig große Spinne. Der Verdacht lag nahe, dass es sich um eine hochgiftige brasilianische Wanderspinne handeln könnte auch bekannt als „Bananenspinne“.

Die Feuerwehr Reinbek reagierte sofort und rückte vorsichtig an. Um die Situation einzuschätzen, fotografierten die Einsatzkräfte das Tier und schickten die Bilder an einen Experten des Hamburger Tierparks Hagenbeck. Von dort kam schließlich die Entwarnung: Bei dem Fund handelte es sich nicht um die gefährliche Art. Welche Spezies jedoch tatsächlich entdeckt wurde, blieb offen.

Gefährliche Wanderspinne: Warum der Verdacht so ernst war

Die brasilianische Wanderspinne (Phoneutria nigriventer) ist in den Tropen und Subtropen Südamerikas beheimatet. Ihr Gift gilt als eines der stärksten unter Spinnenarten. Neben starken Schmerzen kann es Kreislaufprobleme und Atemnot auslösen. Besonders berüchtigt ist ein weiteres Symptom: eine langanhaltende, schmerzhafte Erektion (Priapismus) bei Männern.

Aus diesem Grund gehen Einsatzkräfte bei Verdacht auf eine Bananenspinne stets mit höchster Vorsicht vor. Ein Biss kann lebensbedrohlich sein, wenn keine schnelle medizinische Hilfe erfolgt.

Globaler Handel bringt Spinnen nach Europa

Dass exotische Spinnen über den internationalen Warenverkehr nach Europa gelangen, ist kein Einzelfall. Bananenkartons, Palmen und Verpackungen bieten ideale Verstecke.

  • Im Oktober 2024 entdeckte ein Supermarktmitarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern eine Riesenkrabbenspinne ebenfalls in einer Bananenkiste.

  • In England fand eine Frau im Dezember 2024 in einem Päckchen des Versandhändlers Shein eine Spinne aus China, versteckt in einer Weihnachtsdekoration.

Der Vorfall in Reinbek reiht sich somit in eine Serie ähnlicher Funde ein, die regelmäßig für Aufsehen sorgen.

Feuerwehr konnte Spinne nicht retten

Nach der Einschätzung durch den Tierpark Hagenbeck versuchten die Feuerwehrleute in Reinbek, die Spinne einzufangen und ins Tierheim zu bringen. Doch der Einsatz verlief anders als geplant: Das Tier war bereits tot.

Die Feuerwehr Reinbek erklärte, dass die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt in Gefahr war. Der Fund sei dennoch ernst genommen worden, um mögliche Risiken für Kunden und Mitarbeiter auszuschließen.

Fazit: Spinnenfunde bleiben ein internationales Problem

Der Fall zeigt, wie eng Globalisierung und Artentransport verbunden sind. Exotische Tiere gelangen durch den weltweiten Handel auch nach Deutschland – oft unbemerkt. Während in Reinbek Entwarnung gegeben werden konnte, verdeutlicht der Vorfall die Notwendigkeit, Lieferketten zu überwachen und im Ernstfall schnell zu handeln.

🔔 Folge @Presse.Online für fundierte Analysen, starke Storys & die Themen, über die Deutschland morgen spricht.

Quellen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert