Baerbock vereidigt: Neue UN-Präsidentin

Baerbock vereidigt: Neue UN-Präsidentin
Systembild: Annalena Baerbock ist offiziell Präsidentin der UN-Vollversammlung! © Presse.Online

Vereidigung in New York: Baerbock startet als UN-Präsidentin

Am Dienstagabend deutscher Zeit war es so weit: Die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat in New York ihren Amtseid als Präsidentin der UN-Vollversammlung geleistet. Um 17.30 Uhr (MESZ) schwor die 44-Jährige im Hauptquartier an der 1. Avenue in Manhattan, ihre Aufgaben mit „Loyalität, Diskretion und Gewissenhaftigkeit“ auszuführen und keine Weisungen „von einer Regierung oder einer anderen Quelle außerhalb der Organisation“ anzunehmen.

Symbolträchtig: Baerbock legte ihre Hand auf die Charta der Vereinten Nationen. Im Anschluss übergab ihr Vorgänger Philemon Yang, früherer Premierminister Kameruns, den hölzernen Sitzungshammer mit den Worten: „Madame, tragen Sie die Vollversammlung zu neuen Höhen.“

Große Aufgabe: „UN stehen unter Druck“

Kurz nach der Vereidigung trat Baerbock vor die Presse. Sie betonte: „Wir stehen an einem Scheideweg, die Vereinten Nationen stehen unter Druck.“ Ihr Ziel sei es, die UN zu stärken und sie für das 21. Jahrhundert fit zu machen. Gleichzeitig wolle sie deutlich machen, warum die Institution auch 80 Jahre nach ihrer Gründung unverzichtbar ist.

Mit ihrem Amtsantritt begann zugleich die 80. Sitzungsperiode der UN-Vollversammlung.

Baerbocks Auftritt: Zwischen Lob und Kritik

Für Aufsehen sorgte Baerbock bereits im Vorfeld. In Social-Media-Videos eines davon angelehnt an die US-Serie „Sex and the City“ stellte sie sich der Weltöffentlichkeit vor. Während Unterstützer ihr Erfolg wünschten, kritisierten andere die Inszenierung als unangebracht.

Baerbock, die während ihrer Zeit als Außenministerin immer wieder wegen ihrer Aussprache im Englischen kritisiert wurde, sprach flüssiger als früher. „Der deutsche Akzent wird bleiben“, scherzte sie, griff beim Amtseid aber auf Sprechkarten zurück.

Politische Hintergründe und Kontroversen

Baerbock ist erst die fünfte Frau, die die UN-Vollversammlung leitet. Ihre Ernennung war nicht unumstritten. Eigentlich war die erfahrene Diplomatin Helga Schmid vorgesehen. Doch nach dem Ende der Ampelkoalition setzte sich Baerbock mit Unterstützung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) durch.

Ihr Mandat ist auf ein Jahr begrenzt. Beobachter sehen darin eine Chance, dass Deutschland sein außenpolitisches Profil in den Vereinten Nationen stärkt Kritiker werfen Baerbock hingegen politische Eigeninteressen vor.

Fazit: Anspruchsvoller Start für Annalena Baerbock

Mit ihrem Amtsantritt übernimmt Annalena Baerbock eine der sichtbarsten Aufgaben der internationalen Diplomatie. Ob sie die Erwartungen erfüllt und die UN in Zeiten globaler Spannungen tatsächlich stärken kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

🔔 Folge @Presse.Online für fundierte Analysen, starke Storys & die Themen, über die Deutschland morgen spricht.

Quellen:

  • Vereinte Nationen, offizielle Mitteilungen (un.org)

  • Berichte von ARD und Tagesspiegel (Stand: 09.09.2025)

One thought on “Baerbock vereidigt: Neue UN-Präsidentin

Comments are closed.