Rebekka Ruétz: Warum „LILITH“ mehr ist als Mode

Rebekka Ruétz: Warum „LILITH“ mehr ist als Mode
Rebekka Ruétz zeigt bei der #BerlinFashionWeek mit „LILITH“, wie Mode Mythos, Nachhaltigkeit & weibliche Autonomie verbindet © Presse.Online

Warum Rebekka Ruétz mit „LILITH“ den Mythos neu deutet und was das für Mode und Gesellschaft bedeutet

Bei der Berlin Fashion Week hat Rebekka Ruétz ihre neue Herbst/Winter-Kollektion 2026 vorgestellt. Das betrifft nicht nur die Modebranche sondern auch die Debatte über weibliche Identität, Nachhaltigkeit und kulturelle Narrative.

Fakten & Kontext

Die Runway-Show zur Kollektion „LILITH“ war prominent besetzt: Zu den Gästen zählten unter anderem Ines Anioli, Tara-Louise Wittwer, Marie von den Benken, Laura Berlin und Oumi Janta. Auf dem Catwalk waren Laura Schmitt und Pia Riegel zu sehen.

Inhaltlich greift Ruétz den Mythos der Lilith auf nicht als reine Rebellionsfigur, sondern als Symbol für Ganzheit. Widersprüche werden nicht aufgelöst, sondern bewusst getragen. Die Kollektion entsteht prozesshaft: Silhouetten entwickeln sich im Dialog mit dem Körper, Drapierungen und Schnitte bleiben offen, bis sich eine Haltung zeigt. Mode wird hier weniger entworfen als entdeckt.

Ein zentrales gestalterisches Element sind Applikationen aus echtem Moos. Als lebendiges Material steht es für Zeit, Wandel und Vergänglichkeit. Kleidung wird nicht als abgeschlossenes Objekt verstanden, sondern als Träger von Geschichte und Veränderung.

Gestaltung, Material, Nachhaltigkeit

Die Farbpalette reicht von tiefem Rabenschwarz über Blutrot, klares Rot und Purpur bis zu gebrochenem Weiß und Beige. Sie bewegt sich zwischen Erdung und Transzendenz.

Materialseitig setzt Ruétz auf Upcycling-, Recycling- und Deadstockstoffe, ergänzt durch nachhaltige Spitze, Bio-Denim, Tiroler Loden und zertifizierte Materialien wie Tencel. Gegensätze rau und glatt, opak und transparent – prägen Oberfläche und Aussage. Die Silhouetten bewegen sich zwischen minimalistischer Avantgarde und skulpturaler Konstruktion.

Perspektiven

Designerische Perspektive:
Rebekka Ruétz versteht „LILITH“ als Haltung. Kleidung wird zur Sprache für das Dämonisierte und Verdrängte und macht Komplexität sichtbar, statt sie zu glätten.

Kulturelle Perspektive:
Modehistoriker und Kulturwissenschaftler sehen in solchen Kollektionen eine wachsende Tendenz, Mode als gesellschaftlichen Diskursraum zu nutzen. Mythologische Bezüge dienen dabei weniger der Provokation als der Reflexion über Macht, Zuschreibung und Identität.

Kooperationen als Bedeutungsträger

  • Organoid x Rebekka Ruétz: Erstmals wird echtes Moos aus dem Interior Design auf Kleidung übertragen ein Bruch mit der Idee des perfekten Kleidungsstücks.

  • Kufsteinerland x Rebekka Ruétz: Ein exklusiver Print, inspiriert vom Kaisergebirge, übersetzt regionale Identität in abstrakte Erinnerung.

  • Orthomol Beauty x Rebekka Ruétz: Ein Calla-Print steht für Schönheit im Wandel und innere Transformation.

  • JW Marriott Berlin x Rebekka Ruétz: Das Hotel fungierte als Arbeits- und Rückzugsort und ermöglichte einen konzentrierten Vorbereitungsprozess.

Analyse & Einordnung

Warum ist das jetzt relevant? Die Modebranche steht unter wachsendem Druck, Haltung zu zeigen ökologisch, kulturell und gesellschaftlich. „LILITH“ reagiert darauf, ohne plakativ zu werden. Die Kollektion verbindet Nachhaltigkeit mit einer Erzählung über weibliche Autonomie, die nicht glatt oder konsumierbar ist.

Für Gesellschaft und Kultur bedeutet das: Mode wird erneut als Medium ernst genommen, das Debatten über Identität, Körper und Macht sichtbar machen kann jenseits von Trends und Saisons.

Fazit & Ausblick

„LILITH“ ist weniger eine klassische Herbst/Winter-Kollektion als ein kulturelles Statement. Beobachtenswert bleibt, ob solche konzeptionellen Ansätze künftig stärker in den Mainstream der Modeindustrie vordringen oder bewusst Gegenentwürfe bleiben.

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FAQ

Was ist die Kollektion „LILITH“ von Rebekka Ruétz?
Eine Herbst/Winter-Kollektion 2026, die den Mythos Lilith als Symbol für Ganzheit und weibliche Autonomie interpretiert.

Warum spielt echtes Moos eine zentrale Rolle?
Moos steht für Vergänglichkeit und Erneuerung und unterläuft die Idee des perfekten, abgeschlossenen Kleidungsstücks.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit?
Die Kollektion nutzt überwiegend Upcycling-, Recycling- und zertifizierte Materialien sowie regionale Stoffe.

Warum ist die Kollektion gesellschaftlich relevant?
Sie thematisiert weibliche Identität, Zuschreibung und Wandel Fragen, die über Mode hinausreichen.

Quellen & Fact-Checking

  • Offizielle Angaben von Rebekka Ruétz zur Kollektion „LILITH“

  • Berlin Fashion Week: Veranstalterinformationen und Programmunterlagen

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