Zigaretten könnten fast zwölf Euro kosten

Zigaretten könnten fast zwölf Euro kosten
Systembild: Die Bundesregierung plant eine weitere Erhöhung der Tabaksteuer auf Zigaretten und Feinschnitt. © KI-generierte Illustration

Tabaksteuer: Zigaretten sollen bis 2030 noch teurer werden

Berlin. Die Bundesregierung will die geplante Tabaksteuer offenbar stärker anheben als bislang bekannt. Nach einem Medienbericht könnten Zigaretten dadurch bis 2030 rechnerisch fast zwölf Euro pro Packung kosten.

Betroffen wären neben industriell gefertigten Zigaretten auch Käufer von Feinschnitt für selbstgedrehte Zigaretten. Die neue Verschärfung ist nach aktuellem Stand jedoch noch nicht endgültig beschlossen.

Was passiert ist

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet unter Berufung auf eine Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums, dass Union und SPD die Tabaksteuer stärker erhöhen wollen als noch Anfang Juli vom Bundeskabinett vorgesehen.

Nach dem Bericht soll der durchschnittliche Preis einer Zigarettenpackung schrittweise steigen:

  • 2027 auf etwa 9,10 Euro,
  • 2028 auf etwa 9,91 Euro,
  • 2029 auf etwa 10,81 Euro,
  • 2030 auf etwa 11,78 Euro.

Der für 2030 genannte Wert liegt damit ungefähr 40 Cent über der zuvor bekannt gewordenen Kalkulation. Das ursprüngliche Modell hatte für eine Packung mit 20 Zigaretten einen rechnerischen Durchschnittspreis von rund 11,40 Euro vorgesehen.

Auch die Besteuerung von Feinschnitt soll nachgeschärft werden. Wie stark sich dies auf einzelne Packungsgrößen auswirkt, geht aus den bislang öffentlich zugänglichen Angaben nicht verlässlich hervor.

Wichtig ist: Der Staat legt den Verkaufspreis einer Zigarettenpackung nicht unmittelbar fest. Die genannten Beträge sind Modellrechnungen auf Grundlage höherer Steuersätze. Der tatsächliche Endpreis hängt auch von den Entscheidungen der Hersteller und Händler ab.

Dass die Tabaksteuer grundsätzlich steigen soll, ist offiziell bestätigt. Im Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 kündigt das Bundesfinanzministerium höhere Steuern auf Tabak sowie auf Spirituosen und Alkopops an. Konkrete Einzelheiten der nun gemeldeten zusätzlichen Erhöhung wurden am frühen Montagmorgen noch nicht offiziell veröffentlicht.

Warum die stärkere Tabaksteuer relevant ist

Die geplante Nachschärfung verbindet Finanzpolitik und Gesundheitspolitik. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll die zusätzliche Belastung zum Schließen einer Haushaltslücke beitragen. Zugleich verweist die Regierung auf das Ziel, den Tabakkonsum bei Jugendlichen und Erwachsenen zu senken.

Höhere Tabaksteuern wirken unmittelbar auf die Preise. Besonders betroffen sind Menschen, die regelmäßig rauchen. Wer täglich eine Packung konsumiert, müsste bei einem Preis von 11,78 Euro rechnerisch mehr als 4.300 Euro pro Jahr für Zigaretten ausgeben. Diese Rechnung berücksichtigt allerdings weder unterschiedliche Markenpreise noch mögliche Änderungen des Konsumverhaltens.

Auch Feinschnitt wird stärker belastet. Damit soll verhindert werden, dass Raucherinnen und Raucher der höheren Steuer auf Fertigzigaretten in größerem Umfang durch den Wechsel zu selbstgedrehten Zigaretten ausweichen.

Für den Bundeshaushalt ist die Tabaksteuer eine bedeutende Verbrauchsteuer. Die Bundesregierung hatte bereits Ende April 2026 im Rahmen der Haushaltsplanung eine Anpassung angekündigt. Ende Mai erklärte sie gegenüber dem Bundestag noch, die genaue Ausgestaltung werde geprüft.

Was daraus folgt

Sollte das neue Modell Gesetz werden, würden die Steuersätze voraussichtlich ab 2027 in mehreren Stufen steigen. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten dann nicht mit einem einmaligen Preissprung, sondern mit jährlichen Verteuerungen rechnen.

Der für 2030 genannte Packungspreis von 11,78 Euro ist dennoch keine staatliche Preisgarantie. Tabakunternehmen können Steuererhöhungen vollständig, teilweise oder mit weiteren Aufschlägen an Kunden weitergeben. Deshalb können einzelne Marken deutlich über oder unter dem rechnerischen Durchschnitt liegen.

Für Feinschnitt gilt derselbe Grundsatz. Höhere Mengen- und Mindeststeuern verteuern das Produkt, der konkrete Ladenpreis bleibt jedoch eine unternehmerische Entscheidung.

Daneben sind Ausweichreaktionen möglich. Dazu zählen ein geringerer Konsum, der Umstieg auf andere Nikotinprodukte, Einkäufe im Ausland oder eine Verlagerung in den illegalen Handel. Wie stark solche Effekte ausfallen könnten, lässt sich anhand der bislang bekannten Unterlagen nicht seriös beziffern.

Gesundheitspolitisch setzt die Regierung auf die Lenkungswirkung höherer Preise. Eine aktuelle europäische Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass deutliche Steuer- und Preiserhöhungen die Raucherquote senken können. Besonders ausgeprägt war der untersuchte Effekt bei Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Die Ergebnisse reagieren allerdings teilweise empfindlich auf die jeweils verwendete Berechnungsmethode.

Was noch offen ist

Offen ist zunächst, ob die Koalitionsfraktionen die Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums unverändert übernehmen. Eine Formulierungshilfe ist noch kein verabschiedetes Gesetz. Sie dient den Fraktionen als Grundlage für einen Gesetzentwurf oder Änderungsantrag.

Unklar bleibt außerdem, welche konkreten Steuersätze für Zigaretten und Feinschnitt am Ende beschlossen werden. Die bisher genannten Preise beruhen auf Berechnungen, die dem RND beziehungsweise anderen Medien vorliegen. Eine öffentlich zugängliche amtliche Fassung der gemeldeten Nachschärfung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Noch nicht geklärt ist auch, wann der Bundestag über die zusätzlichen Änderungen beraten soll. Da Änderungen des Tabaksteuergesetzes der parlamentarischen Zustimmung bedürfen, können die Regelungen im weiteren Verfahren noch verändert werden.

Ebenso fehlen bislang belastbare Angaben zu den erwarteten zusätzlichen Einnahmen, die allein durch den Aufschlag gegenüber dem bereits beschlossenen Kabinettsmodell entstehen sollen.

Fazit und Ausblick

Die geplante Erhöhung der Tabaksteuer war bereits Teil der Haushaltsplanung. Neu ist die laut Medienbericht vorgesehene Verschärfung: Bis 2030 könnte eine Packung Zigaretten rechnerisch 11,78 Euro kosten und damit noch einmal teurer werden als zunächst erwartet.

Für Raucherinnen und Raucher bedeutet das eine wachsende finanzielle Belastung. Für die Bundesregierung ist die Tabaksteuer zugleich Einnahmequelle und gesundheitspolitisches Instrument.

Entscheidend wird nun sein, welche Steuersätze Union und SPD tatsächlich in das parlamentarische Verfahren einbringen. Erst nach der Verabschiedung des Gesetzes steht fest, wann die einzelnen Stufen gelten und wie stark Zigaretten sowie Feinschnitt tatsächlich belastet werden.

Faktenüberblick

Thema: Erhöhung der Tabaksteuer auf Zigaretten und Feinschnitt
Ereignis / Entscheidung: Geplante stärkere Anhebung gegenüber dem bisherigen Kabinettsmodell
Datum / Zeitraum: Bericht vom 13. Juli 2026; geplante Steuerstufen voraussichtlich 2027 bis 2030
Ort / Region: Deutschland
Zentrale Akteure: Bundesregierung, Bundesfinanzministerium, CDU/CSU, SPD, Deutscher Bundestag
Betroffene: Raucherinnen und Raucher, Käufer von Feinschnitt, Tabakhersteller und Handel
Wichtigste Folge: Rechnerischer Packungspreis von bis zu 11,78 Euro im Jahr 2030
Stand der Informationen: Medienbericht auf Grundlage einer Formulierungshilfe; noch kein endgültig verabschiedetes Gesetz

Konkrete Folgen auf einen Blick

  • Regelmäßiges Rauchen könnte ab 2027 in mehreren Stufen deutlich teurer werden.
  • Auch selbstgedrehte Zigaretten wären von höheren Steuern auf Feinschnitt betroffen.
  • Die genannten Packungspreise sind Prognosen; Hersteller bestimmen weiterhin die tatsächlichen Verkaufspreise.
  • Ein Wechsel zu Feinschnitt dürfte die Mehrbelastung nicht vollständig vermeiden.
  • Für Verbraucher entsteht noch keine unmittelbare Änderung, solange das Gesetzgebungsverfahren nicht abgeschlossen ist.

Offene Punkte im Überblick

  • Noch offen ist, welche Steuersätze die Koalitionsfraktionen tatsächlich beschließen wollen.
  • Unklar bleibt bislang, wann der Bundestag erstmals über die Nachschärfung berät.
  • Nicht bestätigt ist, ob sämtliche im Medienbericht genannten Preisstufen unverändert übernommen werden.
  • Weitere amtliche Angaben zu den erwarteten zusätzlichen Steuereinnahmen liegen bislang nicht vor.
  • Eine öffentlich zugängliche offizielle Fassung der Formulierungshilfe stand zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht zur Verfügung.

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FAQ

Wie teuer könnte eine Packung Zigaretten 2030 werden?

Nach dem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland könnte der rechnerische Durchschnittspreis bis 2030 auf 11,78 Euro steigen. Der tatsächliche Verkaufspreis hängt jedoch von Marke, Hersteller und Handel ab.

Ab wann soll die höhere Tabaksteuer gelten?

Nach den bisher bekannten Plänen sollen die Steuern ab 2027 jährlich angehoben werden. Die konkreten Termine stehen erst nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens verbindlich fest.

Wird auch Tabak zum Selbstdrehen teurer?

Ja. Die Regierung will laut Medienbericht auch die Besteuerung von Feinschnitt stärker anheben. Konkrete Endpreise für einzelne Packungsgrößen sind bislang nicht verlässlich bekannt.

Ist der Preis von fast zwölf Euro bereits beschlossen?

Nein. Die zusätzliche Erhöhung beruht nach aktuellem Stand auf einer Formulierungshilfe des Bundesfinanzministeriums für die Koalitionsfraktionen. Bundestag und gegebenenfalls Bundesrat müssen über die gesetzlichen Änderungen noch beraten.

Warum will die Regierung die Tabaksteuer erhöhen?

Als Gründe werden die Konsolidierung des Bundeshaushalts und der Schutz der öffentlichen Gesundheit genannt. Höhere Preise sollen den Tabakkonsum insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen senken.

Legt die Bundesregierung den Zigarettenpreis fest?

Nein. Der Staat bestimmt die Steuerhöhe, nicht den endgültigen Ladenpreis. Die genannten Beträge sind Modellrechnungen. Hersteller und Handel entscheiden, wie sie die Steueränderungen an Kunden weitergeben.

Quellen

  • Redaktionsnetzwerk Deutschland: „Koalition will Tabaksteuer noch stärker anheben“, veröffentlicht am 13. Juli 2026
  • Bundesministerium der Finanzen: Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2027 und Finanzplan bis 2030, veröffentlicht am 6. Juli 2026
  • Bundesregierung: Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027, Kabinettsbeschluss vom 29. April 2026
  • Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6113: Antwort der Bundesregierung zur geplanten Anpassung der Tabaksteuer, Mai 2026
  • Handelsblatt unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur: Berechnungen zum zuvor bekannt gewordenen Kabinettsmodell
  • Studie von Andreas Stoller und Martin Huber: Untersuchung zur Wirkung von Preis- und Steuererhöhungen auf das Rauchen in Europa, April 2026

Die konkreten Angaben zur zusätzlichen Nachschärfung und zum möglichen Packungspreis von 11,78 Euro beruhen bislang auf dem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Eine öffentlich zugängliche amtliche Fassung der zugrunde liegenden Formulierungshilfe lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Belastbare direkte Zitate werden in diesem Beitrag nicht verwendet.

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