Brände bedrohen Urlaubsorte
Waldbrände: Urlauber in Griechenland und Kroatien evakuiert
Waldbrände haben in Griechenland und Kroatien mehrere Urlaubsorte bedroht und umfangreiche Evakuierungen ausgelöst. Auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki wurden Hunderte Menschen mit Booten gerettet. An der kroatischen Adriaküste mussten rund 1.000 Bewohner und Touristen Schutzunterkünfte aufsuchen.
Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten in beiden Ländern. Während der Brand auf Chalkidiki nach Behördenangaben unter Kontrolle gebracht wurde, dauerten die Arbeiten zwischen Lokva Rogoznica und Omiš am Freitag an. Die kroatische Feuerwehr meldete am Morgen eine Beruhigung der Lage, warnte aber weiterhin vor möglichen Brandnestern.
Mehr als 300 Menschen verlassen Siviri über das Meer
Der Waldbrand auf Chalkidiki näherte sich am Donnerstag, dem 13. August, den Ferienorten Siviri und Fourka. Dichte Kiefernwälder umgeben die beiden Orte und boten den Flammen bei Trockenheit und starkem Wind reichlich Brennmaterial.
Nach Angaben der griechischen Küstenwache wurden mehr als 300 Menschen von Siviri aus mit Patrouillenbooten, Löschbooten und Fischerbooten über das Meer evakuiert. Andere Berichte nennen eine höhere Zahl geretteter Urlauber. Eine abschließende, behördlich bestätigte Gesamtzahl lag zunächst nicht vor.
Mehr als 140 Feuerwehrleute bekämpften den Brand mit Unterstützung von neun Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern. Straßen in der betroffenen Region wurden zeitweise gesperrt. Mindestens ein Feuerwehrmann wurde nach Angaben der Einsatzkräfte verletzt.
Am Abend meldeten die zuständigen Behörden, dass der Brand unter Kontrolle sei. Einsatzkräfte blieben jedoch vor Ort, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Kroatischer Brand erreicht bewohnte Gebiete bei Omiš
Deutlich schwerer waren nach dem am Freitagmittag bekannten Stand die Folgen an der kroatischen Adriaküste. Das Feuer brach laut Kroatischem Feuerwehrverband am Donnerstag gegen 20.15 Uhr im Gebiet von Lokva Rogoznica aus. Starke Winde trieben die Flammen durch Grasflächen, niedrige Vegetation und Kiefernwald in Richtung Omiš.
Die kroatische Feuerwehr bezeichnete die Nacht als außergewöhnlich schwierig. Das Feuer erreichte bewohnte Gebiete, beschädigte Häuser und Fahrzeuge und unterbrach zeitweise die Stromversorgung. Teile der Adriatischen Küstenstraße D8 wurden für den Verkehr gesperrt.
Rund 1.000 Menschen wurden nach übereinstimmenden Angaben von Behörden und Nachrichtenagenturen in Sicherheit gebracht. Notunterkünfte entstanden unter anderem in einer Sporthalle in Omiš.
In Split wurden 36 Menschen medizinisch behandelt. 14 Betroffene kamen ins Krankenhaus, sieben von ihnen befanden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in lebensbedrohlichem Zustand. Über Art und Ursache der einzelnen Verletzungen lagen zunächst keine vollständigen Angaben vor.
Am Freitagmorgen waren nach Angaben des kroatischen Feuerwehrchefs Slavko Tucaković keine offenen Flammen mehr zu sehen. Die Einsatzkräfte setzten die Nachlöscharbeiten dennoch fort. Der Kroatische Feuerwehrverband teilte mit, dass die Brandbekämpfung im Gebiet von Lokva Rogoznica weiterlaufe.
Frankreich evakuiert 525 Menschen im Département Landes
Auch im Südwesten Frankreichs breitete sich am Donnerstag ein Waldbrand rasch aus. Nach Angaben der Präfektur des Départements Landes erfasste das Feuer bei Luglon rund 1.100 Hektar. Davon entfielen etwa 900 Hektar auf Waldflächen, die bereits bei früheren Bränden geschädigt worden waren.
525 Menschen wurden vorsorglich aus dem Gefahrengebiet gebracht. Rund 500 Feuerwehrleute und mehrere Löschflugzeuge waren im Einsatz. Die Ausbreitung konnte nach Angaben der Behörden gebremst werden; gelöscht war der Brand zunächst jedoch nicht.
Die Ursache des Feuers war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht geklärt. Hohe Temperaturen, trockene Vegetation und wechselnde Winde erschwerten die Arbeiten.
Was Reisende in den betroffenen Regionen beachten sollten
Urlauber in den betroffenen Gebieten sollten Anweisungen lokaler Behörden und Rettungskräfte unverzüglich befolgen. Straßensperren können kurzfristig eingerichtet oder verändert werden. Routen durch Waldgebiete und nicht zwingend notwendige Fahrten in die Nähe der Brandorte sollten vermieden werden.
Reisende sollten sich direkt bei ihrer Unterkunft, ihrem Reiseveranstalter oder den örtlichen Behörden über die Lage informieren. Das gilt auch dann, wenn ein Brand als unter Kontrolle gemeldet wurde: Wind kann Glutnester erneut entfachen, und gesperrte Straßen können Rettungswege blockieren.
Offen bleibt, wie groß die Schäden in Kroatien insgesamt sind und wann Bewohner sowie Urlauber in sämtliche evakuierten Bereiche zurückkehren können. Die Behörden hatten bis Freitagmittag noch keine abschließende Schadensbilanz veröffentlicht.
Quellen und Transparenz
Primärquellen
- Kroatischer Feuerwehrverband: Großbrand bei Lokva Rogoznica, Mitteilung vom 14. August 2026.
- Kroatischer Feuerwehrverband: Aktuelle Brände an der Küste, laufende Lageinformationen.
- Präfektur des Départements Landes: Waldbrand bei Luglon, amtliche Mitteilung vom 14. August 2026.
Ergänzende Medienberichte
- Tagesschau/ARD-aktuell: „Touristenorte in Griechenland und Kroatien evakuiert“, 14. August 2026.
- Reuters: Waldbrand erreicht kroatischen Touristenort Omiš, 14. August 2026.
- Reuters: Touristen fliehen vor Waldbrand auf Chalkidiki, 13./14. August 2026.
- Reuters: 525 Menschen wegen Waldbrand in Frankreich evakuiert, 14. August 2026.
Die zunächst gemeldeten Evakuierungszahlen unterscheiden sich teilweise. Verwendet wurden jeweils die aktuelleren beziehungsweise behördlich zugeordneten Angaben; vorläufige Zahlen sind entsprechend gekennzeichnet.
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