Red Rebane insolvent: Produktion beendet

Red Rebane insolvent: Produktion beendet
Systembild: Die Produktion von Taschen und Rucksäcken bei Red Rebane in Schwerin ist eingestellt.© KI-generierte Illustration

Red Rebane insolvent: Rucksackproduktion in Schwerin endet

Die Red Rebane GmbH ist insolvent und hat ihre Taschen- und Rucksackproduktion in Schwerin eingestellt. Das Insolvenzverfahren über die Manufaktur wurde nach Angaben lokaler Medien am 1. August 2026 vom Amtsgericht Schwerin wegen Zahlungsunfähigkeit eröffnet.

Damit endet nach 14 Jahren der Teil des Unternehmens, mit dem Red Rebane über Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt geworden war. Zuletzt beschäftigte die Manufaktur noch vier Mitarbeiter. Das Unternehmen erklärt auf seiner Internetseite, kein Fachpersonal mehr zu beschäftigen.

Hohe Kosten und fehlende Fachkräfte belasten Manufaktur

Red Rebane nennt mehrere Gründe für das Ende der Produktion. Material, Energie und Arbeit hätten sich verteuert. Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, qualifizierte Fachkräfte für die handwerkliche Fertigung zu finden.

„Die Herstellung hochwertiger Taschen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden“, schreibt das Unternehmen auf einer eigenen Informationsseite. Man habe neue Mitarbeiter gesucht, Prozesse verändert und unterschiedliche Ideen erprobt. Dennoch sei das bisherige Geschäftsmodell unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr wirtschaftlich fortzuführen gewesen.

Die Darstellung stammt vom Unternehmen selbst. Öffentlich zugängliche Geschäftszahlen, aus denen sich der jeweilige Anteil der genannten Belastungen ableiten ließe, liegen nicht vor. Unabhängig gewichten lässt sich deshalb nicht, welcher Faktor letztlich den Ausschlag für die Zahlungsunfähigkeit gab.

Corona-Kredite und unverkäufliche Stoffmasken

Zusätzliche Belastungen entstanden laut einem Bericht des „Nordkurier“ während der Corona-Pandemie. Red Rebane hatte demnach Stoffmasken für das Schweriner Krankenhaus gefertigt. Als medizinische FFP2-Masken vorgeschrieben wurden, seien Teile der Stoffmaskenproduktion unverkäuflich geworden.

Das Unternehmen habe deshalb Kredite aufnehmen müssen, die später zur Rückzahlung fällig wurden. Mitgründer Christian Karius verwies gegenüber der Zeitung zudem auf günstigere Nachahmungen eigener Produktideen. Vergleichbare Produkte seien teilweise zu deutlich niedrigeren Preisen angeboten worden.

Diese Angaben beruhen auf der Darstellung des Mitgründers. Welchen finanziellen Umfang die Maskenbestände, Kredite oder mutmaßlichen Nachahmungen hatten, wurde nicht veröffentlicht.

Keine neuen Rucksäcke und kein Reparaturservice

Für Kunden hat der Produktionsstopp unmittelbare Folgen: Neue Taschen und Rucksäcke von Red Rebane werden nicht mehr hergestellt. Ausgewählte Restbestände sollen nach Unternehmensangaben weiterhin im Kreativ Kaufhaus in Schwerin erhältlich sein.

Auch Reparaturen an bereits verkauften Red-Rebane-Produkten bietet die frühere Manufaktur nicht mehr an. Als Grund nennt das Unternehmen das fehlende Fachpersonal. Kunden werden auf Schuster, Sattler oder Änderungsschneidereien verwiesen, die beispielsweise Reißverschlüsse, Nähte oder kleinere Beschädigungen instand setzen können.

Ob und in welchem Umfang Ansprüche aus noch laufenden Bestellungen, Gewährleistungsfällen oder Gutscheinen betroffen sind, geht aus den veröffentlichten Unternehmensangaben nicht hervor. Betroffene Kunden sollten ihre Ansprüche gegebenenfalls gegenüber dem Unternehmen beziehungsweise dem zuständigen Insolvenzverwalter dokumentieren.

Easy EXO und Bootsverdecke sollen weitergeführt werden

Das Ende der Rucksackproduktion bedeutet nach Darstellung der bisherigen Betreiber nicht das Ende sämtlicher geschäftlicher Aktivitäten. Der Easy EXO, eine Transport- und Ladefläche für Fahrräder, soll weiterhin in Deutschland gefertigt, weiterentwickelt und vertrieben werden.

Zudem wollen sich die Verantwortlichen stärker auf Bootsverdecke und Persenninge konzentrieren. Geplant sind nach eigenen Angaben die Anfertigung, Änderung und Reparatur entsprechender Abdeckungen für Boote.

Dabei ist zwischen der insolventen Red Rebane GmbH und den angekündigten Tätigkeiten außerhalb der bisherigen Taschenproduktion zu unterscheiden. Aus den veröffentlichten Informationen geht bislang nicht eindeutig hervor, über welche rechtlichen Unternehmen die fortgeführten Angebote künftig betrieben werden.

Offene Fragen

  • Wer ist als Insolvenzverwalter für das Verfahren zuständig?
  • Wie werden noch offene Bestellungen, Gutscheine und mögliche Gewährleistungsansprüche behandelt?
  • Sind alle Arbeitsverhältnisse bereits beendet und zu welchem Zeitpunkt?
  • Über welche Unternehmen werden Easy EXO und der Persenning-Service fortgeführt?
  • Welche finanziellen Verpflichtungen bestehen im Insolvenzverfahren?

Quellen und Transparenz

Primärquelle

Amtliche Quelle

Ergänzende Medienberichte

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