Gruppe vor tödlichen Schüssen gefilmt
Tödliche Schüsse in Hamburg: Acht bis zehn Männer am Tatort
Kurz vor den tödlichen Schüssen auf einem Gewerbehof nahe der Hamburger Messe sollen acht bis zehn teils vermummte Männer das Gelände betreten haben. Das berichtet der NDR unter Berufung auf eine vom Sender eingesehene Aufnahme. Wenig später waren zwei Männer tot, ein dritter wurde durch einen Schuss verletzt.
Ob alle gefilmten Männer an der Tat beteiligt waren, wer geschossen hat und welches Ziel die Gruppe verfolgte, ist bislang nicht öffentlich geklärt. Auch die Darstellung, die Männer seien gekommen, um die beiden Opfer gezielt zu töten, ist durch die bisher veröffentlichten Ermittlungsangaben nicht belegt.
Acht bis zehn Männer kurz vor den Schüssen gefilmt
Die Tat ereignete sich nach Angaben der Polizei Hamburg am 1. September 2026 gegen 21.34 Uhr in der Lagerstraße im Stadtteil St. Pauli. Zeugen hörten mehrere Schüsse aus dem Bereich eines Gewerbehofes und verständigten den Notruf.
Nach einem Bericht des NDR zeigt eine Aufnahme, wie acht bis zehn teils vermummte Männer kurz vor der Tat auf den Hof liefen. Die Polizei hat diese Zahl bislang nicht in einer eigenen Mitteilung bestätigt. Unklar bleibt auch, ob sämtliche Personen bewaffnet waren oder unmittelbar an den Schüssen beteiligt gewesen sein sollen.
Die Aufnahmen erweitern dennoch das bislang bekannte Bild des Tatabends: Die Ermittler suchen möglicherweise nicht nur nach einem einzelnen Schützen, sondern müssen die Rollen mehrerer anwesender Personen klären.
Zwei Männer sterben, ein dritter erreicht die Klinik
Einsatzkräfte fanden auf einem Parkplatz zunächst einen 47-jährigen Mann mit einer mutmaßlichen Schussverletzung. Polizisten begannen mit der Reanimation. Der Mann erlag jedoch wenig später seinen schweren Verletzungen.
Bei der anschließenden Durchsuchung eines Gebäudes entdeckten die Beamten einen weiteren erschossenen Mann. Die Staatsanwaltschaft identifizierte ihn später als 33-Jährigen.
Nach Informationen des NDR wurde der 47-Jährige von einem Schuss in den Bauch getroffen. Der 33-Jährige soll eine Schussverletzung am Kopf erlitten und noch eine Waffe in der Hand gehalten haben. Die Staatsanwaltschaft bestätigte diese Einzelheiten auf Anfrage des Senders nicht. Deshalb ist offen, ob es sich um einen einseitigen Angriff oder einen Schusswechsel handelte.
Ein 48 Jahre alter Mann verließ den Tatort nach bisherigen Erkenntnissen vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte und begab sich selbstständig in ein Krankenhaus. Nach Angaben der Polizei bestand keine Lebensgefahr. Der NDR berichtet von einem Streifschuss am Kopf.
LKA für Organisierte Kriminalität ermittelt mit
Die Ermittlungen führen die Mordkommission des Landeskriminalamts und die Staatsanwaltschaft Hamburg. Bereits am Tatabend wurde auch das für Organisierte Kriminalität zuständige LKA 6 eingeschaltet.
Die Staatsanwaltschaft sieht Anhaltspunkte für eine mögliche Auseinandersetzung im kriminellen Milieu. Die Polizei formuliert zurückhaltender: Zwischen den Tatbeteiligten könnte eine Vorbeziehung bestanden haben. Ein konkretes Motiv wurde bislang nicht genannt.
Auf demselben Gewerbehof war nach übereinstimmenden Medienberichten Ende Juni eine Handgranate explodiert. Ob zwischen der Explosion und den tödlichen Schüssen ein Zusammenhang besteht, ist öffentlich nicht bestätigt.
Großfahndung bleibt bislang ohne Festnahme
In der Tatnacht fahndete die Polizei mit mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen, Kräften der Bundespolizei, Diensthunden und einer Drohne. Bis zum 5. September meldeten die Behörden keine Festnahme und veröffentlichten keine Beschreibung möglicher Tatverdächtiger.
Die Auswertung der Aufnahmen dürfte für die Ermittlungen eine zentrale Rolle spielen. Geklärt werden muss, welche Personen tatsächlich an den Schüssen beteiligt waren, ob Waffen von mehreren Seiten eingesetzt wurden und ob die Tat vorbereitet war.
Zeuginnen und Zeugen, die am 1. September verdächtige Beobachtungen im Bereich der Lagerstraße gemacht haben oder andere Hinweise geben können, sollen sich unter 040 4286-56789 bei der Polizei Hamburg oder bei einer Polizeidienststelle melden.
Offene Fragen
- Wer gab die tödlichen Schüsse auf die beiden Männer ab?
- Welche Rolle spielten die acht bis zehn gefilmten Personen?
- Handelte es sich um einen gezielten Angriff oder einen Schusswechsel?
- Welche Waffen wurden am Tatort benutzt?
- Besteht ein Zusammenhang mit der Handgranatenexplosion Ende Juni?
Quellen und Transparenz
- Polizei Hamburg: „Erste Erkenntnisse und Zeugenaufruf nach Tötungsdelikt in Hamburg-St. Pauli“, Polizeimeldung vom 2. September 2026.
- NDR: „Schüsse auf St. Pauli: Offenbar mehr Beteiligte als bisher bekannt“, Medienbericht vom 4. September 2026.
- NDR: „Weiterer Toter nach Schüssen in Hamburg identifiziert“, Medienbericht mit Angaben der Staatsanwaltschaft vom 3. September 2026.
Die Zahl von acht bis zehn teils vermummten Männern sowie Einzelheiten zu den Schussverletzungen beruhen auf Recherchen des NDR. Diese Angaben wurden von Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht vollständig öffentlich bestätigt.