Powerbank brennt: Lufthansa landet außerplanmäßig

Powerbank brennt: Lufthansa landet außerplanmäßig
Eine brennende Powerbank hat Lufthansa-Flug LH1170 von Frankfurt nach Lissabon zu einer außerplanmäßigen Landung in Lyon gezwungen. Verletzt wurde niemand. © KI-generierte Illustration.

Powerbank brennt an Bord: Lufthansa landet in Lyon

Eine brennende Powerbank hat einen Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Lissabon zur außerplanmäßigen Landung gezwungen. Die Crew konnte den Akku sichern, alle 204 Menschen an Bord blieben unverletzt. Der Vorfall zeigt, weshalb für externe Akkus im Flugzeug strenge Regeln gelten.

Ein kleiner Akku verändert den gesamten Flug

Eine Powerbank gehört für viele Reisende inzwischen genauso selbstverständlich ins Handgepäck wie Smartphone, Kopfhörer oder Reisepass. Auf Lufthansa-Flug LH1170 wurde aus dem mobilen Energiespeicher jedoch ein Sicherheitsproblem.

Die Maschine war am Samstagabend auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Lissabon. Nach Angaben der Lufthansa geriet die Powerbank eines Fluggasts während des Fluges „im Bereich eines Sitzes“ in Brand. Die Kabinenbesatzung reagierte und brachte den Akku in einem dafür vorgesehenen Lithium-Sicherheitsbeutel unter.

Damit war der Vorfall zwar zunächst unter Kontrolle für die Cockpitcrew war er dennoch Grund genug, den regulären Flug abzubrechen.

Piloten entscheiden sich für Lyon

Die Piloten wichen nach Lyon aus und erklärten nach Lufthansa-Angaben eine Luftnotlage, um eine priorisierte Landung zu erhalten. Flugdaten zufolge war LH1170 um 20.47 Uhr in Frankfurt gestartet und landete gegen 21.55 Uhr in Lyon.

An Bord des Airbus A321-200 befanden sich 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder.

Nach der Landung überprüfte die Feuerwehr das Flugzeug. Anschließend konnten die Passagiere die Maschine regulär über die Treppen verlassen. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Die Reise war damit allerdings beendet zumindest für diesen Abend.

Wegen des Nachtflugverbots in Lyon konnte der Airbus seinen Flug nach Lissabon nicht mehr fortsetzen. Lufthansa brachte die Passagiere nach eigenen Angaben in Hotels unter und buchte sie für den folgenden Tag auf andere Verbindungen nach Portugal um.

Warum eine Powerbank im Flugzeug problematisch werden kann

Powerbanks enthalten in der Regel Lithium-Ionen-Akkus. Werden solche Batterien beschädigt, überhitzt oder kurzgeschlossen, können sie in einen sogenannten Thermal Runaway geraten. Dabei steigt die Temperatur innerhalb einer Batteriezelle unkontrolliert an; Hitze, Rauch und Flammen können die Folge sein. Auch benachbarte Zellen können dadurch reagieren.

Genau deshalb gelten für solche Akkus in Flugzeugen besondere Transportregeln.

Die europäische Luftfahrtagentur EASA weist darauf hin, dass Ersatzbatterien und Powerbanks grundsätzlich ins Handgepäck gehören und nicht in aufgegebenes Gepäck. Der Hintergrund ist nachvollziehbar: Tritt in der Kabine ein Problem auf, kann die Besatzung schneller reagieren als bei einem Brand in einem Gepäckstück im Frachtraum.

Lufthansa verbietet Nutzung von Powerbanks an Bord

Die Lufthansa-Regeln gehen inzwischen weiter als die Frage, wo eine Powerbank transportiert werden darf.

Powerbanks dürfen bei Lufthansa nicht im aufgegebenen Gepäck transportiert werden. Pro Passagier sind grundsätzlich höchstens zwei Powerbanks vorgesehen. Geräte bis 100 Wattstunden dürfen im Handgepäck mitgeführt werden; für Modelle über 100 bis maximal 160 Wattstunden ist eine Genehmigung der Fluggesellschaft erforderlich.

Entscheidend für Reisende: Das Laden und die Nutzung einer Powerbank während des Fluges sind bei Lufthansa verboten.

Auch im Gepäckfach über den Sitzen sollen die Akkus nicht verstaut werden. Lufthansa verlangt, dass sie beispielsweise unter dem Vordersitz, in der Sitztasche, am Körper oder zugänglich im Handgepäck aufbewahrt werden. Zudem sollen die Kontakte gegen Kurzschlüsse geschützt sein.

Der Zwischenfall auf LH1170 zeigt, warum solche Vorgaben nicht nur theoretische Gefahrgutbestimmungen sind.

Was noch offen ist

Bislang ist nicht öffentlich bekannt, welches Modell der Powerbank betroffen war, welche Kapazität der Akku hatte oder wodurch der Brand konkret ausgelöst wurde.

Ebenso lässt sich aus den bisher bekannten Informationen nicht ableiten, ob die Powerbank zum Zeitpunkt des Vorfalls benutzt wurde. Eine technische Ursache sollte daher nicht spekulativ zugeschrieben werden.

Fest steht lediglich: Der Akku geriet im Bereich eines Sitzes in Brand, die Besatzung konnte ihn sichern und die Cockpitcrew entschied sich anschließend für die Ausweichlandung.

FAQ: Powerbanks im Flugzeug

Darf eine Powerbank bei Lufthansa ins Handgepäck?

Ja. Powerbanks dürfen grundsätzlich in der Kabine mitgeführt werden. Im aufgegebenen Gepäck sind sie nicht erlaubt.

Darf ich mein Smartphone mit der Powerbank im Flugzeug laden?

Bei Lufthansa nicht. Die Nutzung und das Laden von Powerbanks während des Fluges sind untersagt.

Wie viele Powerbanks darf ich mitnehmen?

Nach den aktuellen Lufthansa-Regeln sind maximal zwei Powerbanks pro Passagier vorgesehen. Bis 100 Wh ist keine vorherige Transportgenehmigung erforderlich; zwischen 100 und 160 Wh ist eine Genehmigung notwendig.

Warum gehören Powerbanks nicht in den Koffer?

Lithium-Batterien können bei Beschädigung, Überhitzung oder Kurzschluss Feuer fangen. In der Kabine kann die Crew auf einen solchen Vorfall schneller reagieren.

Quellen

Primär bzw. unmittelbar relevant:
Lufthansa-Angaben zum Vorfall, wiedergegeben unter anderem durch AFP/t-online; aktuelle Lufthansa-Bestimmungen zu elektronischen Geräten und Powerbanks.

Ergänzende Fachquelle:
European Union Aviation Safety Agency (EASA) zu Lithium-Batterien, Thermal Runaway und Transportregeln.

Bekannte Kerndaten des Vorfalls wurden anhand mehrerer aktueller Berichte abgeglichen. Für die technischen und transportrechtlichen Erläuterungen wurden Lufthansa und EASA herangezogen. Ursache, Modell und Kapazität der konkret betroffenen Powerbank sind derzeit nicht öffentlich bestätigt.

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