Lula hat die Wahl in Brasilien gewonnen
Lula gewinnt Brasiliens Stichwahl, Bolsonaro erkennt Ergebnis nicht an
Luiz Inácio Lula da Silva hat die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen. Herausforderer Flávio Bolsonaro kündigt an, die Annullierung der Abstimmung zu beantragen. Sein Vorwurf richtet sich gegen die Verlängerung der Wahlzeit.
Stand: 26. Oktober 2026
Brasília. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich in der Stichwahl am Sonntag gegen Flávio Bolsonaro durchgesetzt. Nach den inzwischen veröffentlichten Zahlen des Obersten Wahlgerichts TSE erhielt Lula 51,79 Prozent der gültigen Stimmen, sein Herausforderer kam auf 48,21 Prozent. Bolsonaro erkennt das Ergebnis nicht an und will nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters juristisch dagegen vorgehen.
Für Lula ist es der vierte Wahlsieg bei einer Präsidentschaftswahl. Der Politiker der Arbeiterpartei PT regierte Brasilien bereits zwischen 2003 und 2010 und kehrte 2023 ins Präsidentenamt zurück.
Lula dreht den Rückstand aus der ersten Runde
Das Wahlgericht beziffert Lulas Ergebnis auf 64.256.232 Stimmen. Für Bolsonaro von der Liberalen Partei PL stimmten 59.826.041 Menschen. Damit beträgt der Abstand rund 4,43 Millionen Stimmen.
Noch in der ersten Runde hatte Bolsonaro vorn gelegen: Nach der damaligen Mitteilung des TSE erreichte er 47,03 Prozent, Lula 45,16 Prozent. In der Stichwahl gelang dem Amtsinhaber die Umkehr dieses Kräfteverhältnisses.
Flávio Bolsonaro ist Senator und Sohn des früheren Präsidenten Jair Bolsonaro. Er trat erstmals zur Wahl um das höchste Staatsamt an.
Streit um zwei zusätzliche Stunden
Bolsonaro begründete seine Ablehnung des Ergebnisses laut Reuters mit einer Entscheidung des Richters Cristiano Zanin vom Obersten Bundesgericht STF. Dieser hatte die Wahlzeit um zwei Stunden verlängert. Bolsonaro sieht darin eine Ungleichbehandlung der Wähler und kündigte an, die Annullierung der Wahl zu beantragen.
Das Wahlgericht erläuterte am Wahlabend, wie die Verlängerung anzuwenden war: Nur in Wahllokalen, in denen die Abstimmung um 17 Uhr noch nicht beendet war, durfte weitergewählt werden. Die Entgegennahme der Wahlprotokolle, die Zusammenrechnung der Stimmen und die Veröffentlichung der Ergebnisse sollten nach 19 Uhr wieder aufgenommen werden. Die Zeitangaben beziehen sich auf Brasília.
TSE-Präsident Kassio Nunes Marques erklärte anschließend, die nach dem ursprünglich vorgesehenen Wahlschluss übermittelte Entscheidung habe Anpassungen an den Abläufen und Systemen erforderlich gemacht.
Bolsonaros Ankündigung eines Annullierungsantrags ist von einer gerichtlichen Entscheidung darüber zu unterscheiden. Die hier ausgewerteten Quellen belegen seine Absicht, gegen die Wahl vorzugehen, jedoch keine Entscheidung über einen solchen Antrag.
Quellen und Transparenz
Die im Ausgangsmaterial genannten 51,75 beziehungsweise 48,25 Prozent wurden durch die später veröffentlichten TSE-Zahlen von 51,79 und 48,21 Prozent ersetzt.
- Oberstes Wahlgericht TSE: „Presidente do TSE anuncia reeleição de Lula e faz balanço do 2º turno das Eleições 2026“, veröffentlicht am 26. Oktober 2026, aktualisiert um 00:35 Uhr brasilianischer Zeit. Amtliche Primärquelle zu Ergebnis und Wahlablauf. Tribunal Superior Eleitoral
- Oberstes Wahlgericht TSE: „Esclarecimento sobre prorrogação da votação“, 25. Oktober 2026. Amtliche Klarstellung zur verlängerten Wahlzeit. Tribunal Superior Eleitoral
- Oberstes Wahlgericht TSE: „Flávio Bolsonaro (PL) e Lula (PT) vão disputar o 2º turno para a Presidência da República“, 5. Oktober 2026, aktualisiert am 21. Oktober. Primärquelle zu erster Wahlrunde und Kandidaten. Tribunal Superior Eleitoral
- Reuters, veröffentlicht bei BOL: „Flávio Bolsonaro diz que é impossível reconhecer resultado da eleição e vai pedir anulação“, 25. Oktober 2026. Agenturbericht über Bolsonaros Erklärung; ausgewertet anhand des abrufbaren Suchauszugs.
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