Erdbebenserie erschüttert Granada

Erdbebenserie erschüttert Granada
Systembild: Die Alhambra in Granada: Nach mehreren Erdbeben wurden einzelne Bereiche der historischen Anlage vorsorglich für Besucher geschlossen. © KI-generierte Illustration

Erdbeben bei Granada: Drei Verletzte, Alhambra teils geräumt

Mehrere Erdbeben haben am Dienstagvormittag die südspanische Provinz Granada erschüttert. Das stärkste Beben erreichte nach Angaben des spanischen Instituto Geográfico Nacional (IGN) eine Magnitude von 4,8.

Drei Menschen wurden nach Angaben der Regionalregierung Andalusiens leicht verletzt. Eine minderjährige Person wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. In Granada und den umliegenden Gemeinden meldeten Einsatzkräfte Schäden durch herabfallende Fassadenteile und Dachziegel.

Epizentrum lag nordwestlich von Gójar

Das stärkste Beben wurde am 18. August um 10.37 Uhr Ortszeit registriert. Das Epizentrum lag nach den Daten des IGN nordwestlich von Gójar, wenige Kilometer südlich von Granada. Die maximale Intensität wurde vorläufig mit V bis VI auf der Europäischen Makroseismischen Skala angegeben.

Auf die Erschütterung folgten weitere Beben. Der staatliche Rundfunk- und Fernsehsender RTVE berichtete unter Berufung auf vorläufige IGN-Daten unter anderem von einem Beben der Magnitude 4,3 um 11.35 Uhr sowie einem weiteren der Magnitude 4,2 um 12.39 Uhr. Beide Epizentren wurden bei Alhendín verortet.

Die Erdstöße waren nicht nur im Großraum Granada zu spüren. Wahrnehmungen wurden auch aus Teilen der Provinzen Málaga, Córdoba und Almería gemeldet.

Drei Leichtverletzte und Schäden an Gebäuden

Nach Angaben der andalusischen Regionalregierung erlitten drei Menschen leichte Verletzungen. Über die näheren Umstände lagen zunächst nur begrenzte Angaben vor. Eine minderjährige Person wurde in ein Krankenhaus gebracht.

In Granada fielen Steine und andere Bauteile von Fassaden. Auch geparkte Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Stadtverwaltung meldete Schäden an mehreren Stellen und ließ Straßen vorsorglich sperren. Fachleute begannen damit, betroffene Häuser und öffentliche Gebäude auf mögliche strukturelle Schäden zu untersuchen.

Bei Polizei und Feuerwehr gingen zahlreiche Anrufe ein. Viele Menschen verließen aus Sorge vor weiteren Erschütterungen vorübergehend ihre Wohnungen. Nach Angaben der Einsatzkräfte wurden auch Personen wegen Angstreaktionen betreut.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Abstand zu beschädigten Fassaden, Balkonen, Mauern und anderen möglicherweise instabilen Bauteilen zu halten. In betroffenen Gebäuden sollten vorerst keine Aufzüge benutzt werden.

Alhambra unterbricht Besuche in besonders sensiblen Bereichen

Auch die Alhambra reagierte auf die Erdbebenserie. Der Patronato de la Alhambra y Generalife aktivierte nach eigenen Angaben das Evakuierungsprotokoll für die Alcazaba. Der Zugang zu den Nasridenpalästen wurde ebenfalls unterbrochen.

Andere Bereiche der weitläufigen Anlage, darunter der Partal und der Generalife, konnten zunächst weiterhin besucht werden. Fachleute prüften fortlaufend, ob die Erschütterungen Schäden an dem UNESCO-Welterbe verursacht hatten. Bestätigte Angaben zu größeren Beschädigungen lagen zunächst nicht vor.

Für Reisende bedeutet die Maßnahme keine vollständige Schließung der Alhambra. Besucher müssen jedoch mit kurzfristigen Zugangsbeschränkungen rechnen und sollten sich vor ihrem Termin über den aktuellen Stand informieren.

Region erlebt seit Tagen eine Erdbebenserie

Das Beben vom Dienstag gehört zu einer seit dem 14. August beobachteten seismischen Serie in der Provinz Granada. Bereits in der Nacht zum 15. August war die Region von einem starken Erdbeben getroffen worden. Dessen Magnitude wurde nach der Überprüfung durch das IGN mit 4,8 angegeben; erste Berichte hatten noch einen Wert von 5,0 genannt.

Bis zum Dienstag waren annähernd 100 weitere Erschütterungen registriert worden. Eine solche Serie erlaubt keine zuverlässige Vorhersage darüber, wann weitere Beben auftreten oder welche Magnitude sie erreichen werden.

Die Stadt Granada und die Regionalregierung hielten deshalb die Einsatz- und Überwachungsmaßnahmen aufrecht. Entscheidend für mögliche weitere Einschränkungen sind nun die Ergebnisse der Gebäudekontrollen und der Untersuchungen an der Alhambra.

Konkrete Folgen

  • Beschädigte Fassaden und abgesperrte Straßen sollten weiträumig gemieden werden.
  • In möglicherweise betroffenen Gebäuden raten die Behörden vorerst von der Nutzung von Aufzügen ab.
  • Besucher der Alhambra sollten aktuelle Zugangshinweise vor der Anreise kontrollieren.
  • Neue Risse oder herabfallende Gebäudeteile sollten den örtlichen Einsatzstellen gemeldet werden.
  • Weitere Erschütterungen sind möglich, lassen sich jedoch weder zeitlich noch hinsichtlich ihrer Stärke verlässlich vorhersagen.

Quellen und Transparenz

Die Angaben zu weiteren Beben und Schäden können sich durch nachträgliche Auswertungen der Behörden noch ändern.

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