Bernd Prange spendet 10.000 Euro an die AfD

Bernd Prange spendet 10.000 Euro an die AfD
Systembild: Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt. Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange hat angekündigt, die AfD wählen zu wollen. © KI-generierte Illustration

CDU-Bürgermeister spendet 10.000 Euro und wirbt für AfD

Der CDU-Kommunalpolitiker Bernd Prange hat insgesamt 10.000 Euro an die AfD Sachsen-Anhalt gespendet und öffentlich zur Wahl der Partei aufgerufen. Prange ist Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe und sitzt für die CDU im Kreistag Stendal.

In einem offenen Brief kündigte er zudem an, bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 selbst die AfD wählen zu wollen. Die CDU Sachsen-Anhalt prüft nun Konsequenzen. Auch ein Parteiausschlussverfahren steht im Raum.

Zwei Überweisungen über jeweils 5.000 Euro

Prange machte die Zahlungen am 19. August in einem offenen Brief an die CDU Sachsen-Anhalt und die Öffentlichkeit bekannt. Demnach überwies er zweimal jeweils 5.000 Euro an den AfD-Landesverband.

Der AfD-Landesverband bestätigte nach übereinstimmenden Medienberichten den Eingang beider Zahlungen. Eine vom AfD-Bundesverband veröffentlichte Mitteilung greift die Spende und Pranges Wahlempfehlung ebenfalls auf.

Die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ veröffentlichte den offenen Brief nach eigenen Angaben im Wortlaut. Prange begründet seinen Schritt darin mit dem aus seiner Sicht zu weit nach links gerückten Kurs der CDU. Konservative Positionen zu Leistung, Ordnung, Sicherheit, nationaler Souveränität und wirtschaftlicher Vernunft seien in seiner Partei immer weniger vertreten, schreibt der Kommunalpolitiker.

Prange gehört der CDU nach Angaben mehrerer Medien seit 1992 an. Er ist seit vielen Jahren kommunalpolitisch tätig und seit der Gründung der Gemeinde Altmärkische Höhe im Jahr 2010 deren Bürgermeister.

Prange wünscht sich eine AfD-Alleinregierung

Der CDU-Politiker beschränkt sich nicht auf Kritik an der Führung seiner eigenen Partei. Er wirbt ausdrücklich für ein starkes Ergebnis der AfD und erklärt, er wünsche sich eine absolute Mehrheit der Partei im neuen Landtag.

Damit wolle er nach eigener Darstellung einen Kurswechsel innerhalb der CDU erzwingen. Prange fordert unter anderem ein Ende der sogenannten Brandmauer zur AfD und die Ablösung des CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz.

Die Wahlempfehlung fällt in die Schlussphase des Landtagswahlkampfes. Nach Angaben der Landeswahlleiterin findet die Wahl zum neunten Landtag von Sachsen-Anhalt am Sonntag, 6. September 2026, statt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Pranges Vorstoß richtet sich damit unmittelbar gegen die Wahlstrategie seiner eigenen Partei. Die CDU Sachsen-Anhalt lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD ab und tritt mit Ministerpräsident Sven Schulze als Spitzenkandidat an.

CDU-Kreisvorstand prüft ein Ausschlussverfahren

Die CDU Sachsen-Anhalt bezeichnete den Vorgang gegenüber dem MDR als „sehr schwerwiegend“. Sollte sich die Spende bestätigen, habe sie parteirechtliche Bedeutung. Der zuständige CDU-Kreisvorstand Stendal soll sich bei seiner nächsten Sitzung mit dem Verhalten Pranges befassen.

Dabei kann auch über einen Antrag auf Parteiausschluss beraten werden. Eine solche Entscheidung ist bislang jedoch nicht gefallen. Ein Ausschluss erfolgt zudem nicht automatisch durch eine öffentliche Erklärung des Landesverbandes, sondern setzt ein parteiinternes Verfahren voraus.

Nach Paragraf 11 des CDU-Statuts kann ein Mitglied ausgeschlossen werden, wenn es vorsätzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen die Grundsätze oder Ordnung der Partei verstößt und ihr dadurch schweren Schaden zufügt. Das Statut nennt als parteischädigendes Verhalten unter anderem die Förderung einer Organisation, deren Ziele den Grundwerten der CDU widersprechen.

Ob Pranges Spende und sein öffentlicher Wahlaufruf diese Voraussetzungen erfüllen, müssen die zuständigen Parteigremien und gegebenenfalls ein Parteigericht beurteilen. Die politische Bewertung des Landesverbandes nimmt das Ergebnis eines solchen Verfahrens nicht vorweg.

Das Bürgermeisteramt hängt nicht automatisch an der CDU-Mitgliedschaft

Ein möglicher Ausschluss aus der CDU würde Pranges kommunales Bürgermeisteramt nicht automatisch beenden. Das Amt beruht auf seiner Wahl und nicht auf seiner fortdauernden Mitgliedschaft in einer bestimmten Partei.

Prange wurde im Oktober 2023 als Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe bestätigt. Seine aktuelle Amtszeit läuft unabhängig von einem parteiinternen CDU-Verfahren weiter, sofern keine anderen kommunalrechtlichen Gründe für eine vorzeitige Beendigung eintreten.

Anders liegt der Fall bei seiner politischen Zugehörigkeit im Kreistag Stendal. Ein Parteiaustritt oder -ausschluss könnte Auswirkungen auf seine Mitgliedschaft in der CDU-Kreistagsfraktion haben. Sein gewähltes Kreistagsmandat würde dadurch jedoch grundsätzlich nicht automatisch erlöschen.

Wann der CDU-Kreisvorstand Stendal über den Vorgang berät, wurde bislang nicht öffentlich mitgeteilt. Offen ist auch, ob Prange trotz seiner Spende und des Wahlaufrufs Mitglied der CDU bleiben will oder einem möglichen Verfahren durch einen Austritt zuvorkommt.

Offene Fragen

  • Wann tritt der CDU-Kreisvorstand Stendal zusammen?
  • Wird der Kreisvorstand ein förmliches Parteiausschlussverfahren beantragen?
  • Bleibt Prange Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion?
  • Will Prange ungeachtet seiner Wahlempfehlung für die AfD in der CDU bleiben?
  • Werden CDU oder AfD weitere Unterlagen zu den beiden Zahlungen veröffentlichen?

Quellen und Transparenz

Die Angaben zur Spende stützen sich auf den offenen Brief Bernd Pranges sowie auf die gegenüber der „Volksstimme“ bestätigten Zahlungseingänge. Ein öffentlich zugänglicher Überweisungsbeleg lag Presse.Online zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht vor.

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