Trump begrüßt AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt
Trump feiert AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mit „MGGA“
US-Präsident Donald Trump hat den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt begrüßt. Auf seiner Plattform Truth Social sprach er am Dienstag Ortszeit von einem „wirklich großen Abend“ für eine „populistische Partei in Deutschland“, ohne die AfD ausdrücklich zu nennen.
Der Bezug zur AfD ist dennoch eindeutig: Trump hatte zuvor bereits das Schaubild einer Hochrechnung geteilt, das die Partei als klare Wahlsiegerin auswies. Seine neue Wortmeldung versah er mit dem Kürzel „MGGA“ erkennbar angelehnt an seinen politischen Slogan „Make America Great Again“.
Trump verbindet das Wahlergebnis mit der Migrationspolitik
Trump führte den Erfolg der von ihm nicht namentlich genannten Partei auf die deutsche Migrationspolitik zurück. Die Menschen hätten genug von den aus seiner Sicht „schrecklichen“ Einwanderungsregeln, erklärte er sinngemäß. Die Partei sei im Aufstieg und werde sich die bisherige Politik nicht länger gefallen lassen.
Damit übernimmt Trump eine zentrale politische Deutung der AfD. Eine Analyse von Wahlmotiven oder Belege für seine pauschale Erklärung legte der US-Präsident nicht vor.
„MGGA“ dürfte in diesem Zusammenhang für „Make Germany Great Again“ stehen. Trump überträgt damit die Sprache seiner MAGA-Bewegung auf die deutsche Politik und ordnet den Erfolg in Sachsen-Anhalt in eine internationale populistische Erzählung ein.
Seine Äußerung ist politisch bemerkenswert, weil ein amtierender US-Präsident damit unmittelbar auf eine deutsche Landtagswahl reagiert. Konkrete außenpolitische Maßnahmen oder eine Änderung der Beziehungen zur Bundesregierung kündigte Trump jedoch nicht an.
AfD gewinnt 43,8 Prozent, verfehlt aber die Mehrheit
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt erreichte die AfD bei der Wahl am 6. September 43,8 Prozent der Zweitstimmen. Bei der Landtagswahl 2021 waren es 20,8 Prozent gewesen. Die Partei hat ihren Stimmenanteil damit mehr als verdoppelt.
Die CDU kam auf 17,2 Prozent. Es folgten die SPD mit 9,3 Prozent, die Grünen mit 8,9 Prozent und die Linke mit 8,6 Prozent. Das erstmals angetretene Bündnis Sahra Wagenknecht zog mit 5,3 Prozent in den Landtag ein. Die FDP scheiterte mit 2,6 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.
Von den 83 Mandaten entfallen 39 auf die AfD. Für eine absolute Mehrheit wären 42 Sitze erforderlich. Die Partei kann daher nicht allein regieren und benötigt für die Wahl eines Ministerpräsidenten sowie für eine stabile Regierungsmehrheit Unterstützung aus dem neuen Landtag.
Das Wahlergebnis allein bedeutet somit noch keine Regierungsübernahme durch die AfD. Ob eine tragfähige Mehrheit gebildet werden kann, hängt von den Gesprächen und Entscheidungen der im Parlament vertretenen Parteien ab.
Sachsen-Anhalts AfD bleibt als rechtsextremistisch eingestuft
Die Bezeichnung der AfD als „populistische Partei“ in Trumps Beitrag lässt die deutsche behördliche Einordnung unerwähnt. Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt stuft den dortigen Landesverband seit 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein.
Nach Darstellung der Behörde richtet sich die politische Agitation des Landesverbandes gegen grundlegende Prinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Die Einstufung und die öffentliche Berichterstattung darüber bestehen fort. Ein von der AfD angestrengtes gerichtliches Hauptsacheverfahren ruht derzeit, wie aus dem Verfassungsschutzbericht 2025 hervorgeht.
Trumps Äußerung trifft damit auf eine politische und rechtliche Lage, die sich nicht auf den Begriff „populistisch“ reduzieren lässt. Sie ist vor allem als öffentliche Unterstützung für den Wahlsieger zu verstehen nicht als Aussage über die verfassungsrechtliche Bewertung des Landesverbandes.
Auch Musk und Grenell begrüßten den Wahlerfolg
Bereits in der Wahlnacht hatte Elon Musk einen Beitrag der AfD-Bundesvorsitzenden Alice Weidel mit „Well done“ kommentiert. Richard Grenell, früherer US-Botschafter in Deutschland und Vertrauter Trumps, bezeichnete das Ergebnis als großen Gewinn und sprach von einem neuen Tag für Deutschland.
Trump hatte das Ergebnis zunächst lediglich durch die Veröffentlichung einer Hochrechnung aufgegriffen. Mit seinem späteren Beitrag ging er darüber hinaus: Er begrüßte den Wahlausgang ausdrücklich und verband ihn mit seiner politischen Botschaft zur Migration.
Für die Regierungsbildung in Magdeburg hat die Unterstützung aus dem Umfeld der amerikanischen MAGA-Bewegung keine formale Bedeutung. Sie erhöht jedoch die internationale Aufmerksamkeit für die AfD und dokumentiert deren politische Verbindungen zu einflussreichen Akteuren in den USA.
Der nächste konkrete Schritt findet in Sachsen-Anhalt statt: Die im neuen Landtag vertretenen Parteien müssen klären, ob und in welcher Konstellation eine mehrheitsfähige Landesregierung gebildet werden kann.
Quellen und Transparenz
- Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt: Ergebnisse der Landtagswahl 2026, amtliche Ergebnisdarstellung, abgerufen am 9. September 2026.
- Donald Trump: Beitrag auf Truth Social vom 8. September 2026, dokumentiert im Social-Media-Archiv von Factba.se/Roll Call, Originaläußerung.
- Ministerium für Inneres und Sport Sachsen-Anhalt: Einordnung rechtsextremistischer Parteien, behördliche Darstellung.
- Verfassungsschutzbericht Sachsen-Anhalt 2025, amtlicher Bericht.
- Tagesschau: AfD holt Wahlsieg aber keine absolute Mehrheit, ergänzender Medienbericht vom 7. September 2026.
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