Völpel insolvent: Familienbetrieb sucht Investor
Energiekosten und Ernteausfälle: Völpel meldet Insolvenz an
Der Lebensmittelverarbeiter Völpel und seine Tochter ZiFood haben Insolvenz beantragt. Rund 60 Beschäftigte sind betroffen. Die Produktion läuft weiter, während ein Investor die Zukunft der beiden Standorte sichern soll.
Stand: 31. Oktober 2026
Die Völpel-Gruppe sucht nach ihren Insolvenzanträgen einen Investor. Der Familienbetrieb aus Königsmoos in Oberbayern und seine Tochtergesellschaft ZiFood Trockenprodukte im sächsischen Zittau setzen die Produktion fort. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor ist die Lieferfähigkeit an beiden Standorten gesichert.
Rund 60 Beschäftigte sind nach einem Bericht von t-online von der ungewissen Zukunft betroffen. Eine abgeschlossene Investorenlösung wurde in der jüngsten Mitteilung der Insolvenzverwaltung noch nicht bekannt gegeben.
Hohe Energiekosten treffen auf schwächere Nachfrage
Als Belastungen nennt Anchor gestiegene Energiekosten, wetterbedingte Ernteausfälle und die seit 2022 anhaltende Kaufzurückhaltung bei höherpreisigen Produkten.
Geschäftsführer German Völpel verweist laut t-online auf den hohen Energiebedarf der Trocknung. Gegenüber der „Neuburger Rundschau“ kritisierte er zudem lange Abstimmungen mit Netzbetreibern für geplante Photovoltaikanlagen. Einzelne Verfahren liefen seinen Angaben zufolge bereits seit 30 Monaten.
Vor den kostenintensiven Wintermonaten habe das Familienunternehmen seine Zahlungsfähigkeit nicht mehr gewährleisten können, erklärte Völpel dem Bericht zufolge.
Familienbetrieb verarbeitet überwiegend Bio-Ware
Das 1948 gegründete Unternehmen wird in dritter Generation geführt. Es verarbeitet Kräuter, Gewürze, Obst, Gemüse und Tee für die Lebensmittelindustrie. Mehr als 90 Prozent der verarbeiteten Ware haben nach Angaben der Insolvenzverwaltung Bio-Qualität.
Der Standort Zittau gehört seit 2021 zur Gruppe. Dort ergänzt ZiFood das Angebot unter anderem um Vakuumtrocknung.
Investor soll noch 2026 Planungssicherheit schaffen
Die Investorensuche begleitet das Beratungsunternehmen HCM. Ziel ist, möglichst noch in diesem Jahr Planungssicherheit für Beschäftigte und Geschäftspartner zu erreichen.
Laut t-online spricht German Völpel von intensiven Verhandlungen mit mehreren Interessenten. Eine Zusage für den Fortbestand könne er jedoch nicht geben. Damit bleibt offen, ob und zu welchen Bedingungen eine Übernahme gelingt.
Quellen und Transparenz
- Anchor: „Völpel-Unternehmensgruppe auf Investorensuche“, veröffentlicht am 29. Oktober 2026, Mitteilung datiert auf den 26. Oktober. Primärquelle/Pressemitteilung der vorläufigen Insolvenzverwaltung zu Betriebsfortführung, Unternehmensprofil, Belastungsfaktoren und Investorensuche. Anchor
- t-online: „Völpel GmbH: Traditionsunternehmen meldet Insolvenz an 60 Jobs betroffen“, 31. Oktober 2026. Ergänzender Medienbericht, unter anderem mit Angaben der „Neuburger Rundschau“ zu Beschäftigtenzahl und Aussagen des Geschäftsführers. 60 Jobs betroffen
Die Angaben zur gesicherten Lieferfähigkeit stammen von der vorläufigen Insolvenzverwaltung. Eine eigene Stellungnahme des Unternehmens gegenüber Presse.Online liegt nicht vor.
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