Bombendrohungen gegen Flüge von und nach Prag

Bombendrohungen gegen Flüge von und nach Prag
Lizenzierte Archivaufnahme eines Passagierflugzeugs am Flughafen Prag. Keine inszenierte Explosion oder unbelegte Einsatzszene. KI-generiertes Symbolbild

Erneut Bombendrohungen gegen Flüge: Neun Verbindungen in Prag betroffen

Die Drohungen gegen europäische Passagierflüge setzen sich fort. In Prag blieben die Kontrollen von neun betroffenen Flügen ohne verdächtigen Fund. Ein Wizz-Air-Flug nach Rom wurde nach Venedig umgeleitet.

Stand: 6. November 2026, aktualisiert nach der ČTK-Meldung von 13:51 Uhr (MEZ)

Prag. Erneut sind am Freitag Bombendrohungen gegen Flüge von und nach Prag eingegangen. Nach Angaben von Flughafensprecherin Denisa Hejtmánková gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK waren neun Verbindungen betroffen: vier ankommende und fünf abgehende Flüge. Die Polizei meldete gegen 13 Uhr, dass die Sprengstoffkontrollen keine gefährlichen oder verdächtigen Gegenstände ergeben hätten.

Die Sicherheitsmaßnahmen am Václav-Havel-Flughafen wurden anschließend beendet. Die Flugzeuge waren auf dem Vorfeld untersucht worden, nachdem die Passagiere ausgestiegen waren. Nach Angaben der Flughafensprecherin hatten die Maßnahmen keine Auswirkungen auf den regulären Flughafenbetrieb.

Wizz-Air-Flug nach Rom landet in Venedig

Auch außerhalb Prags mussten Behörden auf neue Drohungen reagieren. Ein Wizz-Air-Flug von Prag nach Rom wurde nach Venedig umgeleitet und landete dort am Freitag. Das berichteten Reuters unter Berufung auf eine Quelle bei der Flughafenbehörde und die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Bei einem TAROM-Flug von Prag nach Bukarest gab es ebenfalls Bombenalarm. Die Verbindung RO226 mit 102 Passagieren landete sicher am Flughafen Henri Coandă. Nach Angaben des Flughafenbetreibers CNAB erwies sich die Drohung nach den vorgesehenen Kontrollen als falsch. Darüber berichteten rumänische Medien.

Was der Notfallcode 7700 aussagt

Im Zusammenhang mit den Vorfällen wurde auch über den Transpondercode 7700 berichtet. Er signalisiert der Flugsicherung einen allgemeinen Luftnotfall. Die europäischen Luftverkehrsregeln sehen diesen Code für eine Notlage vor, sofern die Flugsicherung nicht bereits einen bestimmten anderen Code zugewiesen hat.

Aus dem Signal allein lässt sich weder die Ursache des Notfalls noch das Vorhandensein eines Sprengsatzes ableiten. Für eine bestätigte Bombendrohung braucht es deshalb weitere Angaben der zuständigen Stellen.

Ermittler prüfen die Drohungen

Bereits am Donnerstag waren vier Flugzeuge auf dem Weg nach Prag sowie Flughafenbereiche von Drohungen betroffen gewesen. Auch damals fanden die Spezialisten keine Sprengsätze. Die Ermittlungen führt die tschechische Zentralstelle gegen Terrorismus, Extremismus und Cyberkriminalität, NCTEKK.

Die Serie betrifft mehrere europäische Länder. Laut ČTK waren allein am Donnerstag mehr als 20 Flüge betroffen. Einige Maschinen mussten ausweichen, andere erreichten ihre vorgesehenen Zielflughäfen. Wer die Drohungen verschickt und ob sämtliche Fälle zusammenhängen, ist weiterhin ungeklärt.

Quellen und Transparenz

  • ČTK/České noviny: „Na pražském letišti znovu kontrolují letadla kvůli bombovým hrozbám“, 6. November 2026, aktualisiert um 13:51 Uhr. Agenturbericht mit Angaben von Polizei und Flughafen. Originalbericht.
  • Reuters: „Bomb scare forces diversion of Prague-Rome flight to Venice“, 6. November 2026. Agenturbericht zur Landung in Venedig. Originalbericht.
  • TVR: „Alarmă falsă cu bombă la o cursă Tarom de la Praga la București“, 6. November 2026. Bericht mit Angaben des Flughafenbetreibers CNAB. Originalbericht.
  • EASA: „Easy Access Rules for Standardised European Rules of the Air“, Revision August 2025. Primärquelle zur Bedeutung des Transpondercodes 7700. Regelwerk.
  • Policie ČR: Mitteilung vom 6. November 2026. Originalquelle, deren Inhalt über ČTK geprüft wurde; direkter Abruf nicht möglich. Polizeimitteilung.

Die Angabe im Ausgangsmaterial, der Wizz-Air-Flug sei nach Prag zurückgekehrt, wurde durch die von Reuters und ANSA gemeldete Landung in Venedig ersetzt. Nicht eindeutig belegte Angaben zu einem TAP-Flug und zur Übermittlung einzelner Notfallcodes wurden nicht als Tatsachen übernommen.

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