Menrad-Brillen: Traditionsunternehmen meldet Insolvenz an

Traditionsunternehmen in der Krise: Menrad-Brillen meldet Insolvenz an – Neustart statt Stillstand?
Wie fühlt es sich an, wenn das Lebenswerk von Generationen plötzlich ins Wanken gerät? Wenn sich alles, was man aufgebaut hat, neu beweisen muss – und das in einem Markt, der sich schneller dreht als je zuvor?
Die Brüder Eberhard und Hermann Müller-Menrad stehen aktuell genau an diesem Punkt. Das Familienunternehmen Menrad the Vision, gegründet 1896, geführt in vierter Generation und bekannt für stilvolle Brillendesigns „made in Germany“, musste am 31. März 2025 überraschend Insolvenz anmelden. Ein Schock – nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern für eine ganze Branche.
Wenn die Tradition ins Wanken gerät
Menrad ist kein No-Name. Wer sich in der Optikbranche auskennt, weiß: Der Name steht für Qualität, Designkompetenz und eine eindrucksvolle Exportbilanz – mit Vertrieb in über 100 Länder weltweit. Doch selbst große Namen sind vor wirtschaftlichen Turbulenzen nicht gefeit.
Was war passiert?
Laut Geschäftsführung seien Auftrags- und Umsatzeinbrüche in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Bereits zuvor kam es zu finanziellen Engpässen. Die Entscheidung zur Insolvenz sei daher kein plötzlicher Einbruch, sondern vielmehr die logische Konsequenz einer längeren Entwicklung.
Und doch bleibt ein Hoffnungsschimmer.
Insolvenz als Neuanfang? Das sagen Geschäftsführung und Verwalter
„Insolvenz ist kein Ende – sondern eine Chance für den Neuanfang.“
Diese Worte stammen nicht etwa aus einem Motivationsbuch, sondern direkt von der Menrad-Geschäftsführung. Und sie scheinen es ernst zu meinen: Bereits jetzt laufen Gespräche mit Investoren und strategischen Partnern.
Florian Zistler, der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Jurist der Kanzlei PLUTA, versichert:
„Die Löhne von März bis Mai sind gesichert, der Geschäftsbetrieb geht uneingeschränkt weiter.“
Wichtig sei jetzt vor allem eines: das Vertrauen der Kunden zu erhalten – und die Unterstützung der Branche.
Wurzeln in Schwäbisch Gmünd, Visionen für die Zukunft
Menrad ist tief in Baden-Württemberg verwurzelt – mit Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd, wo auch heute noch Design und Entwicklung stattfinden. Rund 250 Mitarbeitende sind dort beschäftigt. Internationale Vertriebsteams mit etwa 80 Mitarbeitenden sind von der Insolvenz nicht betroffen.
Hier wurde seit 1896 Brillengeschichte geschrieben – mit Marken wie Jaguar, JOOP! oder Zeiss Vision. Und hier soll auch das nächste Kapitel beginnen.
Was bedeutet das für die Branche?
Die Nachricht kommt zu einer Zeit, in der die gesamte Optikbranche unter Druck steht:
👓 Globaler Wettbewerb
📉 Rückläufige Frequenz im stationären Handel
📲 Veränderung durch Onlinevertrieb
Menrad ist dabei kein Einzelfall – aber ein Symbol. Für viele, die mit Leidenschaft, Qualität und Kontinuität kämpfen, um in einem sich wandelnden Markt zu bestehen.
Die Geschichte von Menrad ist noch nicht zu Ende geschrieben. Sie steht sinnbildlich für viele mittelständische Familienunternehmen in Deutschland, die sich aktuell neu erfinden müssen. Die Brüder Müller-Menrad setzen auf Optimismus, Erfahrung – und nicht zuletzt auf treue Kunden und Partner.
Vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem aus einer Insolvenz ein echtes Comeback entsteht.
Und jetzt? Ihre Meinung zählt!
Glauben Sie an den Neuanfang eines Traditionsunternehmens?
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- menrad.de