Trumps Zölle: Rekordeinnahmen, wachsendes Defizit

Trumps Zölle: Rekordeinnahmen, wachsendes Defizit
Trumps Zollstrategie zeigt Wirkung © Presse Online GmbH

Trumps Zölle bringen Rekordeinnahmen doch das Defizit wächst weiter

Wenn Zölle zum Wahlkampfinstrument werden

Donald Trump hat ein Ziel: Er will den Staatshaushalt sanieren und das möglichst ohne Steuererhöhungen. Stattdessen greift er zur Zollkeule. Was für viele wie eine protektionistische Drohung klingt, entwickelt sich in den USA zur echten Geldquelle: 27,2 Milliarden Dollar Zolleinnahmen allein im Juni ein Rekordwert. Doch was auf den ersten Blick wie ein Triumph wirkt, hat eine Schattenseite: Das Defizit wächst trotzdem weiter.

Zolleinnahmen auf Rekordkurs, Trump sieht sich bestätigt

Trumps Strategie wirkt einfach: Mehr Zölle = mehr Geld. Und tatsächlich: Im Juni schoss das staatliche Einnahmevolumen insgesamt auf 526 Milliarden Dollar, ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zölle trugen maßgeblich zu einem Haushaltsüberschuss von 27 Milliarden Dollar bei ein Erfolg, den Trump öffentlichkeitswirksam ausschlachtet.

Finanzminister Scott Bessent kündigte sogar eine weitere Steigerung an: Bis Jahresende könnten die Zolleinnahmen auf 300 Milliarden Dollar anwachsen allerdings nur, wenn Trump seine angekündigten Maßnahmen auch umsetzt. Denn zum 1. August droht eine neue Welle massiver Zollerhöhungen gegen fast alle Handelspartner der USA.

Der Preis des Erfolgs: Defizit steigt trotz Rekordeinnahmen

So hoch die Einnahmen auch sind sie reichen nicht aus, um die steigenden Ausgaben zu decken. Im laufenden Fiskaljahr, das vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 läuft, stieg das Haushaltsdefizit bereits auf 1,337 Billionen Dollar ein Plus von fünf Prozent. Haupttreiber: Verteidigung, Gesundheit, Sozialversicherung und Zinslast auf die wachsende Staatsverschuldung.

Die Zölle sind somit nur ein Tropfen auf den heißen Stein oder, um es mit Trumps Worten zu sagen: „Das große Geld kommt erst noch.“

Neue Zölle gegen Kanada, Brasilien und bald auch Europa?

Zuletzt hatte Trump bereits neue Abgaben angekündigt: 50 Prozent auf Kupferimporte, 35 Prozent auf Waren aus Kanada, branchenspezifische Zölle auf Halbleiter und Arzneimittel. Auch Brasilien ist betroffen.

Besorgte Blicke richten sich nun auf die EU. Noch hat Trump keine konkreten Maßnahmen gegen Europa beschlossen, doch eine Eskalation droht. Die EU hält Gegenmaßnahmen in der Hinterhand bislang ungenutzt.

Fazit: Riskantes Spiel mit globalen Folgen

Trumps Zollpolitik ist ein Drahtseilakt. Kurzfristige Erfolge bei den Einnahmen stehen langfristigen Risiken gegenüber: Inflation, Handelskonflikte, diplomatische Spannungen. Für Trump ist das Risiko kalkuliert für Europa ein Pulverfass.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur Reuters

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