Rewe steigt bei Feneberg ein: Was jetzt folgt
Rewe übernimmt Teil von Feneberg: 72 Märkte sollen bleiben
Die insolvente Supermarktkette Feneberg bekommt eine neue Perspektive: Rewe und die LEH Allgäu GmbH wollen die 72 Standorte künftig aufteilen und weiterführen. Für das Allgäu, die Beschäftigten und regionale Erzeuger ist die geplante Lösung ein wirtschaftlich wichtiger Einschnitt endgültig abgeschlossen ist sie aber noch nicht.
Was passiert ist
Im Insolvenzverfahren der Feneberg Lebensmittel GmbH ist eine zentrale Entscheidung gefallen. Die Rewe Group, die Eigenverwaltung von Feneberg und die LEH Allgäu GmbH haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet. Nach den bisherigen Plänen sollen die insgesamt 72 Standorte nicht geschlossen, sondern künftig von zwei Seiten weiterbetrieben werden.
Rewe soll rund die Hälfte der Feneberg-Märkte übernehmen. Dazu gehört nach Angaben von Feneberg auch die Landbäckerei Sinz in Durach. Die andere Hälfte der Märkte sowie die Zentrale in Kempten sollen unter Führung der LEH Allgäu GmbH weitergeführt werden. Die Marke „Feneberg“ soll dabei erhalten bleiben. Auch das regionale Markenprogramm „VonHier“ soll fortgeführt werden.
Die Feneberg Lebensmittel GmbH befindet sich seit dem 1. April 2026 im Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Bereits Anfang Januar hatte das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren beantragt. Der Geschäftsbetrieb lief während des Verfahrens weiter. Feneberg betreibt mehr als 70 Märkte vor allem im Allgäu, in Süddeutschland und im österreichischen Kleinwalsertal. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.000 Menschen und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro.
Der vom Gericht eingesetzte Gläubigerausschuss hat dem Vorhaben nach Angaben der Beteiligten bereits zugestimmt. Umgesetzt werden soll die Lösung aber erst über einen Insolvenzplan. Dieser muss noch geprüft und von den Gläubigern angenommen werden. Zudem steht die Vereinbarung unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe.
Warum das relevant ist
Der Fall Feneberg ist mehr als eine gewöhnliche Unternehmenssanierung. Die Kette ist im Allgäu seit Jahrzehnten Teil der regionalen Nahversorgung. Für viele Orte geht es nicht nur um Supermarktflächen, sondern um tägliche Versorgung, Arbeitsplätze, Lieferbeziehungen und regionale Wertschöpfung.
Besonders wichtig ist die Zukunft des Programms „VonHier“. Es steht für regionale Produkte und ist für Erzeuger, Landwirte und Lebensmittelbetriebe in der Region ein relevanter Absatzkanal. Dass dieses Programm nach aktuellem Stand unter der LEH Allgäu GmbH weitergeführt werden soll, ist deshalb ein Signal an die regionale Wirtschaft.
Auch für den deutschen Lebensmittelhandel ist die Entwicklung bemerkenswert. Feneberg gehörte bislang zum Edeka-Verbund und bezog einen großen Teil des Sortiments über Edeka-Strukturen. Mit dem Einstieg von Rewe verschiebt sich ein regional starkes Filialnetz teilweise in Richtung eines direkten Wettbewerbers. Für Edeka ist das ein Rückschlag im Wettbewerb um attraktive Standorte und regionale Präsenz.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist zunächst entscheidend, dass die Märkte nicht verschwinden sollen. Gerade in ländlicheren Räumen kann die Schließung von Supermärkten schnell spürbare Folgen haben: längere Wege, weniger Auswahl und weniger Wettbewerb vor Ort. Nach aktuellem Stand bleibt die Nahversorgung an den Standorten erhalten.
Was daraus folgt
Für die Beschäftigten bedeutet die Investorenvereinbarung zunächst mehr Planungssicherheit. Nach Angaben der Beteiligten sollen die bestehenden Arbeitsverträge für Mitarbeitende der künftig von Rewe betriebenen Märkte unverändert fortgelten. Auch für die künftig von der LEH Allgäu GmbH betriebenen Märkte ist vorgesehen, Arbeitsplätze zu sichern.
Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass es im Verwaltungsbereich Veränderungen geben wird. Bei Sanierungen dieser Größenordnung werden Doppelstrukturen, zentrale Dienste und organisatorische Abläufe regelmäßig geprüft. Belastbare Angaben zur Zahl möglicher Stellenstreichungen liegen nach aktuellem Stand nicht vor.
Für Kundinnen und Kunden dürfte sich kurzfristig wenig ändern, solange die Märkte weiter geöffnet bleiben. Mittel- und langfristig kann sich jedoch zeigen, welche Standorte unter Rewe-Format weitergeführt werden und welche unter der Marke Feneberg bleiben. Damit können sich Sortimente, Markenauftritt, Eigenmarken, Bonusprogramme und Lieferstrukturen unterscheiden.
Für regionale Produzenten ist entscheidend, wie stabil das Programm „VonHier“ künftig aufgestellt wird. Die Fortführung unter der LEH Allgäu GmbH ist ein positives Signal. Ob Umfang, Konditionen und Reichweite unverändert bleiben, ist nach aktuellem Stand aber noch nicht abschließend belegt.
Was noch offen ist
Noch ist die Feneberg-Übernahme nicht endgültig vollzogen. Der Insolvenzplan muss beim Amtsgericht Kempten eingereicht und geprüft werden. Anschließend braucht es die Zustimmung der Gläubiger. Außerdem muss die zuständige Wettbewerbsprüfung erfolgen. Erst danach kann die Vereinbarung vollständig umgesetzt werden.
Unklar bleibt bislang, wie genau die 72 Standorte zwischen Rewe und der LEH Allgäu GmbH aufgeteilt werden. Öffentlich bestätigt ist nur, dass beide Seiten jeweils einen wesentlichen Teil der Märkte übernehmen sollen. Nach den aktuellen Plänen geht es ungefähr um eine hälftige Aufteilung.
Offen ist auch, wie die Zukunft einzelner Verwaltungsbereiche konkret aussieht. Während Märkte, Logistik und Zentrale nach aktuellem Stand weitgehend erhalten bleiben sollen, können sich durch die neue Eigentümerstruktur organisatorische Änderungen ergeben.
Nicht abschließend bestätigt ist zudem, welches Mineralölunternehmen künftig die Tankstellen weiterführt. Nach Medienberichten und regionalen Angaben sollen die Tankstellen in Betrieb bleiben, der konkrete Betreiber steht aber noch nicht fest.
Fazit und Ausblick
Die geplante Lösung für Feneberg ist ein wichtiger Schritt zur Rettung eines regional bedeutsamen Lebensmittelhändlers. Rewe gewinnt im Allgäu und in Süddeutschland strategisch an Gewicht. Die LEH Allgäu GmbH soll zugleich die Marke Feneberg, die Zentrale in Kempten und das Regionalprogramm „VonHier“ weiterführen.
Für Beschäftigte, Kunden und Lieferanten ist das zunächst eine gute Nachricht. Aber die entscheidenden formalen Hürden stehen noch aus. Erst wenn Gläubiger, Gericht und Wettbewerbsbehörden grünes Licht geben, wird aus der Investorenvereinbarung eine belastbare Zukunftslösung.
Faktenüberblick
Thema: Feneberg-Insolvenz und geplante Übernahme
Ereignis / Entscheidung: Investorenvereinbarung zwischen Rewe Group, Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und LEH Allgäu GmbH
Datum / Zeitraum: Vereinbarung veröffentlicht am 7./8. Juli 2026; Insolvenzverfahren seit 1. April 2026
Ort / Region: Kempten, Allgäu, Süddeutschland, Kleinwalsertal
Zentrale Akteure: Rewe Group, LEH Allgäu GmbH, Feneberg Lebensmittel GmbH, Gläubigerausschuss, Amtsgericht Kempten, Bundeskartellamt
Betroffene: Rund 3.000 Beschäftigte, Kunden, regionale Erzeuger, Lieferanten, Kommunen
Wichtigste Folge: Alle 72 Standorte sollen eine Fortführungsperspektive erhalten
Stand der Informationen: Investorenvereinbarung liegt vor; endgültige Umsetzung noch abhängig von Insolvenzplan, Gläubigerzustimmung und Behördenfreigabe
Konkrete Folgen auf einen Blick
- Für Kunden: Die Feneberg-Märkte sollen nach aktuellem Stand weiter betrieben werden.
- Für Beschäftigte: In den Märkten sollen viele Arbeitsplätze erhalten bleiben; Details für Verwaltung und Struktur bleiben offen.
- Für regionale Erzeuger: Das Programm „VonHier“ soll unter der LEH Allgäu GmbH fortgeführt werden.
- Für den Wettbewerb: Rewe stärkt seine Präsenz im Allgäu und in Süddeutschland.
- Für Kommunen: Die Nahversorgung an den bisherigen Standorten soll gesichert werden.
Offene Punkte im Überblick
- Noch offen ist, wann der Insolvenzplan endgültig vorgelegt und abgestimmt wird.
- Unklar bleibt bislang, welche einzelnen Filialen zu Rewe und welche zur LEH Allgäu GmbH gehen.
- Nicht abschließend bekannt ist, ob und wie viele Stellen in Verwaltung oder zentralen Bereichen wegfallen.
- Eine endgültige Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden steht noch aus.
- Weitere Details zur künftigen Rolle einzelner Lieferanten und Partner liegen bislang nicht vollständig vor.
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FAQ
Was ist bei Feneberg passiert?
Die insolvente Feneberg Lebensmittel GmbH soll nach einer Investorenvereinbarung künftig zwischen der Rewe Group und der LEH Allgäu GmbH aufgeteilt und weitergeführt werden.
Werden alle Feneberg-Filialen geschlossen?
Nach aktuellem Stand nein. Die insgesamt 72 Standorte sollen weiterbetrieben werden. Die genaue Aufteilung der einzelnen Märkte ist noch nicht vollständig öffentlich bestätigt.
Was bedeutet die Übernahme für die Beschäftigten?
Für die Mitarbeitenden in den Märkten ist vorgesehen, dass viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. Bei den künftig von Rewe betriebenen Märkten sollen bestehende Arbeitsverträge unverändert fortgelten. Für Verwaltungsbereiche bleiben Details offen.
Bleibt die Marke Feneberg erhalten?
Ja, nach aktuellem Stand soll die Marke Feneberg unter Führung der LEH Allgäu GmbH weitergeführt werden. Auch das Regionalprogramm „VonHier“ soll bestehen bleiben.
Warum ist das für das Allgäu wichtig?
Feneberg ist im Allgäu ein wichtiger Nahversorger und ein bedeutender Partner regionaler Erzeuger. Die Zukunft der Märkte betrifft deshalb nicht nur den Handel, sondern auch Beschäftigte, Kunden, Landwirte und Kommunen.
Ist die Übernahme schon endgültig?
Nein. Der Gläubigerausschuss hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Die endgültige Umsetzung hängt aber noch vom Insolvenzplan, der Gläubigerzustimmung und der fusionskontrollrechtlichen Freigabe ab.
Quellen
- REWE Group / Presseportal: Investorenvereinbarung zwischen Rewe Group, Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH und LEH Allgäu GmbH, veröffentlicht am 07.07.2026.
- Feneberg: Aktuelle Informationen zum Schutzschirmverfahren und zur Investorensuche.
- BR24: Berichterstattung zur Feneberg-Insolvenz, Investorenlösung, Arbeitsplätzen und offenen Hürden.
- GRUB BRUGGER / INDat: Angaben zur Eröffnung des Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung zum 1. April 2026.
- Kreisbote: Regionale Einordnung zur geplanten Übernahme, Filialaufteilung und weiteren Verfahrensschritten.
- dpa/WELT: Angaben zum Schutzschirmverfahren, Filialnetz, Beschäftigtenzahl und Jahresumsatz.
Belastbare direkte Zitate liegen aus offiziellen Mitteilungen und Medienberichten vor. Für den Artikel wurden sie redaktionell eingeordnet und nicht werblich übernommen.