Trump vs. Putin: Ein Telefonat, zwei Versionen

Nach dem Telefonat mit Putin: Trump widerspricht dem Kreml – Ein Verwirrspiel um die Wahrheit
Nach dem Telefonat mit Putin: Trump widerspricht dem Kreml – Ein Verwirrspiel um die Wahrheit
Es war ein Gespräch von enormer Tragweite – zwei Stunden am Telefon, Donald Trump und Wladimir Putin. Doch was wirklich besprochen wurde, scheint eine Frage der Perspektive zu sein. Während der Kreml in einer offiziellen Mitteilung hervorhob, dass ein Ende der westlichen Militärhilfen an die Ukraine eine zentrale Bedingung für einen Waffenstillstand sei, weist Trump diese Darstellung kategorisch zurück. „Wir haben darüber nicht gesprochen. Eigentlich überhaupt nicht“, betonte er in einem Interview mit „Fox News“. Ein klarer Widerspruch zur russischen Version. Wer sagt die Wahrheit? Oder verbiegt jeder die Fakten, wie es ihm passt?
Zwei Stunden, zwei Versionen
Das Weiße Haus hielt sich in seiner Stellungnahme knapp. Kein Wort von Militärhilfen, kein Hinweis darauf, dass Putin deren Ende als Bedingung für eine Waffenruhe nannte. Ganz anders klang das aus Moskau: Der Kreml erklärte, dass „die wichtigste Voraussetzung für die Verhinderung einer Eskalation und die Arbeit an einer politischen Lösung die Einstellung der ausländischen Militärhilfe und Geheimdienstinformationen an Kiew“ sei. Ein entscheidender Punkt, den Trump nun vehement bestreitet.
Als „Fox News“-Moderatorin Laura Ingraham Trump direkt darauf ansprach, ob Putin tatsächlich ein sofortiges Ende der Ukraine-Hilfe gefordert habe, folgte die klare Antwort: „Nein, hat er nicht.“ Erstaunlich, dass zwei der mächtigsten Männer der Welt eine derart konträre Wahrnehmung desselben Gesprächs haben.
Kein Waffenstillstand – nur ein vager Kompromiss
Fakt ist: Ein umfassender Waffenstillstand kam nicht zustande. Trump hatte sich öffentlich dafür ausgesprochen, innerhalb von 30 Tagen Frieden zu schaffen. Doch was blieb, war lediglich eine vage Zusicherung Putins: 30 Tage lang keine Angriffe auf ukrainische Infrastruktur und Energieversorgung. Ein gesichtswahrender Teilerfolg oder eine taktische Nebelkerze des Kremls?
Wenn Putins Bedingungen ernst genommen werden, ist klar: Ohne ein Ende der westlichen Hilfe wird es keinen Frieden geben. Eine Forderung, die aus Sicht der Ukraine einem Kapitulationsbefehl gleichkäme. Doch Trump bleibt schwammig. Warum gelang es ihm nicht, mit Putin eine vollständige Waffenruhe zu vereinbaren? Seine Antwort bei „Fox News“ klingt ebenso vage wie beunruhigend: „Dummerweise sind viele Waffen aufeinander gerichtet.“
Spielt Trump auf Zeit?
Trump hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er gerne Deals als große Erfolge verkauft, die sich später als wenig tragfähig erweisen. Doch diesmal bleibt vieles unklar: Will er Putin wirklich zu Frieden bewegen? Oder verfolgt er eine eigene Agenda, um sich in den USA als Friedensstifter zu inszenieren?
Eine heikle Frage bleibt dabei offen: Wird Trump versuchen, die Ukraine indirekt zu einem Frieden auf russische Bedingungen zu drängen? Ein Rücktritt von Wolodymyr Selenskyj als mögliches Druckmittel wurde zumindest nicht explizit ausgeschlossen. In einem anderen Interview mit der Zeitung „Washington Examiner“ hielt sich Trump auffallend bedeckt, als es um seine Verhandlungstaktik ging: „Darauf möchte ich nicht näher eingehen, aber es gibt gute Gründe, warum [Putin] das tun würde.“
Russland, China und der geopolitische Poker
Neben der Ukraine warf Trump in seinem Interview noch ein weiteres geopolitisches Fass auf: das enge Verhältnis zwischen Russland und China. „Schon im Geschichtsunterricht habe ich gelernt, dass man nicht will, dass Russland und China zusammenkommen“, sagte er. Ein Problem, das er – wie so oft – seinem Vorgänger anlastet. „Obama hat sie durch seine schlechte Energiepolitik zusammengezwungen“, so Trump. Eine kühn wirkende Behauptung, die aber sein bekanntes Narrativ unterstützt: Die Schuld trägt immer jemand anderes.
Ein Telefonat – viele offene Fragen
Ob Trump und Putin tatsächlich über die Militärhilfen gesprochen haben oder nicht, wird sich kaum zweifelsfrei klären lassen. Doch fest steht: Ein echter Frieden ist nicht in Sicht. Russland hat klare Bedingungen, Trump bleibt unklar – und die Ukraine sitzt in der Zwickmühle. Die Welt schaut weiter gespannt zu, während die Spirale der Eskalation sich unaufhaltsam weiterdreht.
- foxnews.com