Zoll-Schock: Trumps Pläne stürzen die Logistikbranche ins Chaos

Trump plant neue US-Zölle: Lieferketten im Chaos – Was Unternehmen jetzt droht
Lieferketten im Ausnahmezustand – Droht uns der nächste Handelskrieg?
Kaum zurück im Amt, wirbelt Donald Trump den globalen Handel erneut kräftig durcheinander. Noch bevor der Ex-Präsident seine geplanten Zölle offiziell verkündet hat, sorgen bloße Spekulationen und Vorankündigungen bereits für Chaos. An Amerikas Häfen türmen sich Container, die Frachtraten explodieren – und Unternehmen stehen ratlos vor logistischen Herausforderungen, die an die Hochphase der Corona-Pandemie erinnern.
Doch was bedeutet dieser neue Zollhammer für Verbraucher, Unternehmen und die Weltwirtschaft?
Unternehmen reagieren hektisch: Container-Importe erreichen Rekordniveau
Seit Monaten schnellen die US-Containerimporte nach oben. Unternehmen weltweit beeilen sich, ihre Produkte noch vor Inkrafttreten der drohenden 20-prozentigen Einfuhrzölle in die USA zu schaffen. Doch genau das führt zum logistischen Kollaps: Innerhalb nur eines Tages stiegen die Frachtraten für einen 40-Fuß-Container aus Fernost an die US-Westküste um satte 16 Prozent – auf jetzt 2.844 US-Dollar.
Blake Harden vom amerikanischen Einzelhandelsverband RILA beschreibt die Lage treffend: „Die gestaffelte Einführung von Zöllen sorgt für massive Verwirrung. Unternehmen fehlt schlicht die Zeit, sich auf neue Bedingungen einzustellen.“
Luftfracht explodiert: Medikamente und Autoteile werden teuer
Nicht nur der Schiffsverkehr leidet unter der Unsicherheit. Lufthansa Cargo und DHL berichten von sprunghaft gestiegenen Luftfracht-Aufträgen. Pharmazeutische Produkte und dringend benötigte Autoteile landen nun vermehrt im Flugzeug statt auf hoher See. Ergebnis: Auch hier ziehen Preise stark an – ein kostspieliges Domino-Spiel, dessen Ende nicht abzusehen ist.
Hafenchaos droht Landwirtschaft und Energie zu treffen
Brisant könnte es zudem durch zusätzliche Hafengebühren werden, die Trump speziell für Schiffe mit China-Verbindungen erwägt. Paradox daran: Gerade jene Branchen, die Trump schützen möchte – Landwirtschaft und Energiewirtschaft – könnten hart getroffen werden. Agrargüter stapeln sich möglicherweise erneut in den Häfen, während wichtige Energieexporte stagnieren könnten.
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde kämpft derweil mit Hochdruck, ihre Systeme an die neuen Regelungen anzupassen. Erst kürzlich mussten geplante Zölle auf Importe von Plattformen wie Temu und Shein verschoben werden, weil die Software schlicht nicht rechtzeitig einsatzbereit war. Zollmakler Kit Johnson bringt es auf den Punkt: „Je mehr Zölle wir haben, desto schwieriger wird es für alle, Schritt zu halten.“
Fachleute schlagen Alarm: „So kann niemand planen!“
Peter Sand, Chefanalyst beim Frachtberater Xeneta, kritisiert die Unsicherheit scharf: „Man kann keine langfristigen Entscheidungen treffen, wenn sich ständig die Spielregeln ändern.“ Die Folgen zeichnen sich bereits ab: Laut Analysten von S&P Global Market Intelligence dürften die US-Containerimporte im zweiten Quartal um 0,7 Prozent sinken – erst der Anfang eines potenziellen wirtschaftlichen Rückschlags.
Zolldienstleister am Limit – Überstunden und Chaos
Die Zolldienstleister spüren die Folgen bereits hautnah. Kit Johnson von der Zollagentur John S. James erzählt von 20 bis 30 Überstunden pro Woche seiner Mitarbeiter: „Wir wissen nicht wirklich, was uns genau erwartet, bis die Durchführungsverordnung kommt. Danach beginnt das verrückte Gedränge, herauszufinden, was zu tun ist.“
Droht ein globaler Handelskrieg?
Noch sind die neuen Zölle nicht endgültig beschlossen. Doch allein die Unsicherheit wirft bereits lange Schatten auf den internationalen Handel. Unternehmen und Verbraucher weltweit könnten bald vor neuen Herausforderungen stehen.
Wie sehen Sie die aktuelle Entwicklung? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren und diskutieren Sie mit uns: Droht uns erneut ein globaler Handelskrieg, oder sehen Sie andere Lösungen für diesen Zollkonflikt?
- Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters