Trotz Waffenruhe: Israelische Luftangriffe im Libanon

Trotz Waffenruhe: Israelische Luftangriffe im Libanon
Waffenruhe Libanon 2024

Waffenruhe im Libanon: Neue Luftangriffe belasten fragile Friedensvereinbarung

Drei Tage nach Inkrafttreten der Waffenruhe im Libanon bleibt die Lage angespannt. Israels Armee hat nach eigenen Angaben erneut mehrere Luftangriffe auf Stellungen der Hisbollah im Süden des Landes geflogen. Dabei wurden unter anderem Raketenwerfer und ein Militärfahrzeug ins Visier genommen. Die Hisbollah wird beschuldigt, die vereinbarte Waffenruhe verletzt zu haben. Der fragile Frieden wird durch diese Entwicklungen auf eine harte Probe gestellt.

Hintergrund: Die Waffenruhe im Überblick

Nach über einem Jahr intensiver Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah trat am Mittwoch eine von den USA und Frankreich vermittelte Waffenruhe in Kraft. Die zentralen Punkte der Vereinbarung sind:

  • Rückzug der Hisbollah: Die Hisbollah soll sich hinter den Litani-Fluss zurückziehen und ihre militärischen Stützpunkte auflösen.
  • Abzug der israelischen Truppen: Israels Armee soll innerhalb von 60 Tagen den Südlibanon verlassen.
  • Präsenz der libanesischen Armee und UNIFIL: Ausschließlich die libanesische Armee und UN-Blauhelmsoldaten der Friedensmission UNIFIL dürfen in der Region verbleiben.

Die Waffenruhe sollte einen ersten Schritt zu einer langfristigen Stabilisierung darstellen. Doch die jüngsten Angriffe werfen Fragen über die Umsetzung und Haltbarkeit der Vereinbarung auf.

Aktuelle Angriffe und Eskalation

Israels Militär berichtete von drei Angriffen auf „Bedrohungen“, die als Verletzungen der Waffenruhe interpretiert wurden:

  1. Luftschlag in der Region Sidon: Ziel war eine Einrichtung der Hisbollah mit Raketenwerfern.
  2. Drohnenangriff in der Region Tyros: Ein Fahrzeug nahe einer Raketenproduktionsstätte wurde zerstört.
  3. Artilleriebeschuss nahe der Grenze: Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete, dass drei Menschen bei den Angriffen verletzt wurden. Auch das libanesische Gesundheitsministerium bestätigte Verletzungen im Südlibanon.

Die Rolle der Hisbollah und Israels Position

Die Hisbollah ist gemäß der Waffenruhe verpflichtet, ihre Präsenz südlich des Litani-Flusses aufzugeben. Israel sieht jedoch weiterhin „Bedrohungen“ durch die Gruppe und behält sich militärische Maßnahmen vor. Israels Premierminister unterstrich nach Abschluss der Waffenruhe, dass man „keine Kompromisse bei der Sicherheit“ eingehen werde.

Internationale Reaktionen und Friedensbemühungen

Die USA und Frankreich, die die Waffenruhe vermittelt hatten, riefen beide Seiten zur Zurückhaltung auf. Die UN-Mission UNIFIL überwacht die Region, steht jedoch vor der Herausforderung, das Vertrauen beider Parteien zu gewinnen. Experten warnen, dass jede Eskalation die gesamte Region destabilisieren könnte.

Fazit und Ausblick

Die Situation im Libanon bleibt angespannt, und die Waffenruhe steht auf dem Prüfstand. Die jüngsten Angriffe zeigen, wie fragil der Frieden ist. Die kommenden Tage und Wochen werden entscheidend sein, um die Umsetzung der Vereinbarung sicherzustellen und eine erneute Eskalation zu verhindern.

  • Teilen Sie Ihre Meinung: Kann die Waffenruhe langfristig halten? Diskutieren Sie in den Kommentaren.
  • Informieren Sie sich weiter: Folgen Sie unseren Updates zur Lage im Libanon.
  • Abonnieren Sie unseren Newsletter: Bleiben Sie stets auf dem Laufenden über internationale Entwicklungen.

 

PSM.Mediengruppe mit APA, Foto: Systembild: Luftangriff im Südlibanon © IStock